Tucis KTM Macina Lycan 272 mit Bosch CX (10.000km+)

Tucis Leben wurde durch sein EMTB verändert … oder waren es doch seine Lebensumstände, die die Akzeptanz eines EMTBs erst ermöglichten? Neu dabei und wenige Stunden später gleich mit einem Erfahrungsbericht samt Motivation vorgeprescht – exzellente Arbeit Tuci!

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„Ich gehörte zu der Gruppe Mountainbiker welche der Meinung waren, wenn ich wo nicht ohne Motor raufkomme, habe ich mir den Aufstieg nicht verdient!“

Einige Biker hat der Schritt zum Kauf und der Nutzung eines (S-)Pedelecs gewaltig mehr Lebensqualität gebracht. Die Geschichten dahinter sind vielfältig, nachdenklich, manchmal verdammt traurig – doch zeigen allesamt die innere Stärke und den Mut zur Veränderung – was ich mit persönlichen Antwortmails stets versuche zu honrieren und meine Anerkennung zu zeigen.

Daher ergänze ich den Blog um die neue Kategorie MOTIVATION. Auch Melder Tuci sah sich plötzlich mit einer vollkommen neuen gesundheitlichen Veränderung konfrontiert.

Motivation: „Ich gehörte zu der Gruppe Mountainbiker welche der Meinung waren, wenn ich wo nicht ohne Motor raufkomme, habe ich mir den Aufstieg nicht verdient!

Am 04. Juli 2017 änderte das sich schlagartig. Mich ereilte völlig unerwartet ein Lungeninfarkt – wohlgemerkt: ich habe eine Zigarette nicht mal noch in der Hand gehabt – kurz und bündig gesagt, es war verdammt knapp, die Einlieferung ins Spital erfolgte gerade noch rechtzeitig.

Danach blieben mir nurmehr 70% Lungenvolumen und ich weiß nicht, ob ich ohne den Kauf des E-MTB kurz nach meinen zehntägigen Aufenthalt im Spital je wieder halbwegs anspruchsvolle Touren hätte fahren können.“

Darum das KTM: „Jedenfalls hab ich mir Ende Juli 2017 mein KTM Macina Lycan 272 zugelegt. Zum Einen da ich durch´s Motorradlfahren sowieso KTM affin bin und zum Anderen sind KTM MTBs zwar grundsätzlich ein bissl schwerer als der Mitbewerb, dafür verbauen sie Top Komponentan zu einem super Preis/Leistungsverhältnis. Bei meinem Lycan 272 z.B. sind ausschließlich XT Teile angebaut und das ist genial.“

Hier findest du weitere Informationen zu den Spezifikationen!

Einsatzbereich: „Gefahren wird bei jedem Wetter und überall, ausgenommen sehr schwierige oder unangenehme Trails, damit meine ich Strecken welche man nicht mehr entspannt genießen kann da man ansonsten auf der Pappm liegt oder irgendwo abstürzt da es so schwierig bzw. steil ist.

Ich kann nur sagen: mit einem E-MTB und den entsprechenden Fahrkenntnissen eröffnet sich eine neue Welt und jeder der es nicht wenigstens mal Versucht ist ein völliger Vollloisl und hat keine Ahnung 😉

Kilometer, Höhenmeter, Steigungen und Grenzen: „Man mag es nicht glauben, aber rund um Wien gibt es jede Menge großartiger Mountainbikestrecken und auch mehr oder weniger inoffizielle Wanderwegerln, die man vor allem während der Woche befahren kann. Da kommt schon ein Runderl mit ca. 70-80 km und 1300-1500 Höhenmetern in rund 4-5 Stunden zusammen. Natürlich muß ich Steigungen bis ca. 5% ohne Motor fahren da es sich ansonsten mit der Akkukapazität nicht ausgeht, aber wenn man mal trainiert ist klappt das wunderbar.

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Für wirklich gezieltes Training gibt es nix besseres als ein E-MTB. Wenn man ein Held ist, kann man ja den größten Teil der Route ohne Motor fahren, aber spätestens ab einer längeren Steigung von 25% aufwärts, vor allem wenn man schon 3 Stunden oder mehr unterwegs ist, heißt es bei den meisten auch gut trainierten Hobbymountainbikern SCHIEBEN und das ist definitiv nicht meines.“

Ist erst ein Pedelec im Haus… : „Selbstverständlich hat sich die beste Ehefrau von allen, nämlich meine Hana, eine Woche später auch ein E-MTB gekauft. Wir sind zuerst gemischt gefahren, d.h. ich auf dem E-MTB und sie mit Ihrem Ghost Carbon Fully, natürlich waren die Wartezeiten dementsprechend, was mich zwar nicht gestört hat, aber ihr hat es halt überhaupt nicht getaugt. Somit hat sie sich auch ein KTM Macina Lycan, jedoch das 273er, gekauft und war, trotz vorangegangener Ressortiments, dann doch vom ersten Tag an begeistert was man mit dieser Fuhre alles fahren kann.

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Seitdem sind die Radln natürlich sowohl im Urlaub (immer und ausschließlich Mountainbikeurlaube) als auch bei Besuchen der Familie u.a. in Tschechien immer dabei, dort bieten sich einfach geniale Möglichkeiten zum Mountainbiken an.“

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Jährliche Fahrleistung: „Von der KM Leistung her komme ich auf Rund 8000 km jährlich, E-MTB und „normales“ Fully zusammengenommen. Seit ich mit dem E-MTB trainiere fahre ich viele schwierige Runden auch wieder mit dem normalen Radl, mein Zustand hat sich gewaltig verbessert (Lungenvolumen mittlerweile wieder auf ca. 80 %) und das Dank des Trainings mit dem E-MTB.“

Kurz und Knapp zum KTM: „Mein Rad wie für mich gemacht, von der Ergonomie bis zu den Komponenten, einfach perfekt. Einzig die Problemchen mit dem Motor nerven ein wenig.“

Motor: „Anfang März letzten Jahres hat der Bikeshop meines Vertrauens den Motor das erste Mal eingeschickt, KM Stand ca. 5500: die Geräusche des Innenlebens (Zahnräder nehme ich an) wurden immer lauter und erinnerten an eine Kaffeemahlmaschine. Das Teil wurde völlig anstandslos getauscht, nur geht einem die Wartezeit von mindestens 14 Tagen halt mächtig auf den Sack.

Nach dem Tausch lief wieder alles perfekt bis Anfang 2019, gleiches Problem, gleiches Prozedere: diesmal Anfang Februar bei KM Stand 4318 Motor zu Bosch geschickt, vielleicht geht der Tausch heuer ein bissl rascher.

Den Motor greife ich solange er Garantie hat nicht an, d.h. ich baue mir weder Zubehör welches angeblich das „Auswaschen“ verhindert an noch lasse ich sonst was daran machen. Man würde sofort die Garantie verlieren, da ist Bosch besonders heikel.

Im Übrigen ist die Theorie vom „Auswaschen“ durch Feuchtigkeit ein holler. Die Problematik besteht einfach scheinbar an der mangelnden Schmierfähigkeit des Schmiermittels, es verreibt sich einfach im Getriebe und irgendwann ist nix mehr da oder nurmehr so wenig das diese Mahlgeräusche entstehen. Vielleicht findet Bosch ja im Zuge dieses Jahres endlich eine Lösung.“

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Beleuchtung: „Natürlich bin ich auch während der Dämmerung bzw. bei Dunkelheit unterwegs, für solche Turns verwende ich vorne mein Sigma Power LED mit XL Akku und hinten eine Alienrückleuchte von Topeak.“

Wartung, Pflege und Verschleiß: „Die Kassette wechsle ich in etwa alle 4.000 km, die Ketten alle 1.500km evtl. eher etwas mehr. Das vordere Zahnrad am Motor wird alle 5.000 bis 6.000km erneuert. Ich lasse es, sobald ich das gefühl habe das sich etwas am Vortrieb verändert, vom Mechaniker meines Vertrauens checken ob und wann der jeweilige wechsel nötig ist. Damit bin ich bis jetzt immer bestens gefahren.

Als Standard Bremsbeläge haben sich die Shimano G04S (Metall) aufgrund meines Gewichts als tauglich erwiesen. Ich wechsle je nach Belastung alle 1.000-1.500km.“

Bei den Reifen fahre ich zweigleisig. Im Sommer nutze ich ausschließlich Nobby Nics DD in 2.35 – für mich beste Lösung in Sachen Pannensicherheit, Haltbarkeit und Vielseitigkeit betreffend. Natürlich ist im Matsch der Magic Maryary besser, aber wenn man auf nassen Wirtschaftswegen ein Runderl mit Hirn fährt, tuts der Nobby Nic genauso!

Federbein und Gabel werden natürlich gereinigt, aber eine spezielle Wartung wie z.B. Service beim Hersteller lasse ich den Teilen nicht zukommen. Mein normales Fully habe ich mittlerweile fast 5 jahre und es gab keinerlei Probleme. Beim EMTB sieht es bis jetzt ähnlich aus, hoffen wir das es so bleibt, Glückssache eben. Wobei – wenn ich es hochrechne und für jeden Service 400,- Euronen und mehr ansetze – könnte ich mir sofern das Teil 2 Jahre durchhält, bei einem Defekt schon ein neues Dämpfungselement kaufen. Beim normalen Fully sowieso und beim EMTB hätte es sich heuer im Sommer auch schon amortisiert.“

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Eine Komponente – ein Manko: „Die versenkbare Sattelstütze habe ich nach 2 Defekten gestanzt. Beide Male war nach längerer Standzeit die Hydraulik defekt, beim ersten mal sogar während unseres urlaubes, sowas kann ich nicht gebrauchen, noch dazu ist es aufgrund einer Fehlstellung des rechten Beines (Sportunfall) ohnehin unangenehm zu fahren, wenn ich die Sattelstütze absenke.“

Fazit: „Ansonsten gibt es mit dem Rad keinerlei Probleme, natürlich müssen die Verschleissteile öfters getauscht werden als bei einem normalen MTB, aber das ist klar, das Gewicht des Rades und die Unterstützung durch den Motor, da wirken auf Bremsen und Antriebssatz wesentlich mehr Kräfte. Das muß jedem klar sein und da darf man auch nicht raunzen, wenn man damit ein Problem hat oder es ist einem zu viel Kohle muß man halt beim normalen Radl bleiben, so schauts aus.“

Update: „Ich habe mir vorne diese Woche statt der 180er eine 203er Bremsscheibe montiert. Ich bin schon gespannt, in welcher Weise sich das Teil auswirkt. Sollte es den Erwartungen entsprechen, ist das EMTB meiner Frau auch dran ;-)“

Danke Tuci für diesen Erfahrungsbericht, die tollen Fotos und deine Hintergründe, warum du auf ein EMTB umgestiegen bist. Die Erkenntnis, dass nach einem Unfall oder Schicksalsschlag gewohnte und für die Psyche und den Körper wichtige Freizeitaktivitäten plötzlich nicht mehr möglich sind, ist schon ein ordentlicher Dämpfer für das Leben und die Lebensqualität. Zum Teil kann ein Pedelec als Tourer oder MTB diese Lücke füllen. Schön dass es bei dir geklappt hat und du zusammen mit der weltbesten aller Ehefrauen Berge erklimmen und Weitsicht genießen kannst … die anschließende Einkehr in Hütten macht sicherlich auch Spaß. Ich wünsche Euch beiden allzeit gute Fahrt!

Mehr echtes Biker Feedback findest du hier!

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