Ratux‘ Riese&Müller Delite GT Modell 2017 mit Bosch CX (10.000km+)

Seit 12 Monaten ist ratux als Melder dabei – er erlebte 7.000 eindrucksvolle Kilometer und ich erhielt im Gegenzug 4 unspektakuläre Kilometermeldungen – so soll es auch sein.

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„Seit Januar 2018 fahre ich nun mit dem Riese&Müller Delite GT NuVinci und ich bereue keinen Meter!

Motivation: „Zwischen den Jahren 2001 und 2018 bin ich täglich bei jedem Wetter die 17 km (eine Strecke) zu meinem Arbeitgeber mit dem Fahrrad (Biobike) gefahren. Die Strecke ist überwiegend flach und führt 70 % auf befestigten, bei Nässe aber teils matschigen Radwegen durch Feld und Wald und ca. 30 % durch die Stadt.
Anfangs besaß ich ein Motobecane mit 7-Gang-Kettenschaltung und ab 2005 ein „Idworx Easy Rohler“ welches eine 14 Gang Rohloff-Schaltung verbaut hatte – ich war die Kettenwürgerei satt. So kamen über die Jahre 100 Tkm auf den Bordcomputer meines ER.

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Irgend wann hatte ich das Gefühl, dass der Gegenwind zunimmt und dadurch die Strecke länger wird.

E-Bikes bzw. Pedelecs für Menschen über sechszig waren mittlerweile in aller Munde. Ich machte mich auf die Suche. Meine positiven Erfahrungen mit dem hochpreisigen und hochwertigen ER ließen mich nicht los und ich suchte nun auch im hochpreisigen Segment nach etwas passenden. R&M kannte ich schon aus der Zeit, als ich mir 2005 ein für den Dauereinsatz passendes Gerät gesucht hatte – das Delite war mir aber damals mit seiner Vollfederung zu schwer. Ein entscheidendes Kriterium für die Auswahl sollte die Vollfederung und die Verwendung von min. 2 Zoll breiten Reifen sein, denn die Luftfederung breiterer Reifen hatte ich schon beim ER schätzen gelernt. Auch kam wegen seiner Verbreitung nur ein Antriebssystem von Bosch infrage.“

Der zufällige Weg zum R&M Delite: „Im Sommer 2017 bin ich zu einem Fahrradhändler in MG gefahren und habe ein R&M Delite mit Riemen und 380er Nuvinci-Schaltung probe gefahren. Man muss zugeben mit 2 Akkus an Bord hatte man das Gefühl als bewegt man ein Motorrad. Aber das Gefühl ist mir bekannt, da ich auch ambitionierter Motorradfahrer bin. Ich war sofort begeistert und wollte garnicht mehr absteigen. Aber es brauchte noch etwas Zeit um mich an den Preis, für den es auch schon ein Motorrad gibt, zu gewöhnen.

Mehr Informationen zu den Spezifikationen findest du hier.

Im Dezember 2017 wurde in Kleinanzeigen genau das Delite gebraucht angeboten, das meinen Vorstellungen und auch Abmessungen entsprach. Es war ein knappes halbes Jahr alt, hatte zwei Akkus und nur 200 km gefahren – selbst die Farbe stimmte. Ich habe nicht lange überlegt, den Anbieter kontaktiert und das Fahrrad gekauft. Mit dem entsprechenden Gebrauchtabschlag hatte ich auch mein preisbewussten Gewissen beruhigt.“

Erfahrung: „Seit Januar 2018 fahre ich nun mit dem Riese&Müller Delite GT NuVinci und ich bereue keinen Meter!

  • Der Gates Riemen ist wirklich wartungsfrei und sieht auch nach 15tkm noch fast neu aus. Ich habe ihn allerdings nicht so fest gespannt, wie in der Anweisung zu lesen ist und exakt mittig justiert. Das Einstellen ist übrigens mit den kleinen 3’er Inbus-Einstellschraube etwas tricky. Diese habe ich dann noch dick mit Fett gelagert, denn ich habe die Befürchtung das die Gewinde vor allem im Winter bei Salz und Dreck leiden und ggf. festsitzen. Ein Problem hat es mit einer größeren Menge Matsch zwischen dem Riemen und der Riemenscheibe gegeben. Dabei ist der Riemen von der Umlenk-Andruckrolle, die das Delite wegen der Hinterrad-Federung ja hat, abgeschert. Dies könnte zu einem Problem werden, wenn sich ein anderer größerer Gegenstand wie z.B. ein Ast dazwischen legt und der Riemen dann aufgrund der hohen Spannung reißt.
  • Das Licht der IQ-X von B&M ist auch bei Nachtfahrten durch den Wald immer ausreichend hell.
  • Die Nuvinci N380 Nabenschaltung lässt sich gut bedienen und genau dosieren. Einzig die Übersetzungsweite einer Rohloff habe ich etwas vermisst, auch wenn der Performance CX einen guten Durchzug bietet. Da sich gleich Anfangs einer der Seilzüge für die Nuvinci aufbördelte, habe ich ihn gegen (teure) Polymer beschichtete Züge von Shimano ersetzt – seitdem ist alles gut.
    NACHTRAG: Der Schaltzug ist Ende März wieder gerissen.
  • Der Bosch Motor tut erstmal was er soll. Das macht er kraftvoll und lässt einen das bei höherer Trittfrequenz auch deutlich hören. Er schaltet seit dem letzten Firmwareupdate sehr gefühlvoll ab. Auch das einsetzen funktioniert sehr gefühlvoll weich. Probleme hatte ich noch nicht.
  • Ich habe immer beide Akkus am Fahrrad. Nach drei Jahren ist die Kapazität sicher etwas geringer geworden. Über Reichweite habe ich mir aber bis jetzt noch keine Gedanken gemacht.
  • Ich mag die die große Anzeige des NYON mit den vielen Infos und lasse diese auch mit Bosch eBike-Connect synchronisieren. Das Navi ist ganz hilfreich. Die Routenführung ist aber machmal nicht unbedingt fahrradtauglich, da auch üble Feldwege teils mit einbezogen werden.Routen bereite ich deshalb lieber bei Koomot oder Garmin vor und lade sie dann auf das Nyon.

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Sicherlich gibt es immer Kleinigkeiten die vielleicht nicht perfekt gelöst sind oder es sind Anpassungen nötig. Die Schutzbleche haben gerappelt. Das Problem konnte ich größten teils durch SKS Dämpfungsgummis für Unterlaufstreben minimieren – frage mich aber wieso diese nicht von R&M verbaut waren.

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Auch war am hinteren Schutzblech die untere Verschraubung des Schmutzblech am Rahmen mit einer zu dicken Unterlegscheibe ausgestattet, so war der Abstand zwischen Reifen und Schraube viel zu gering. So etwas hätte eigentlich bei der Montage oder bei einer Endkontrolle auffallen müssen.“

Umbauten und Veränderungen:

  • Sattel: Austausch des originalen Sattel gegen einen Brooks bzw. Sella SMP. Ich bin aber mit beiden noch nicht so richtig zufrieden. Ich muss bei Strecken länger als 25km mich immer wieder in die Pedale stellen und den Po entlasten. Eigentlich mag ich den Brooks, doch dieser belastet den Damm mehr als der Sella SMP mit seiner großen Aussparung. Den SMP empfinde ich als etwas zu weich und im Sommer schwitzte ich mehr auf der Sitzfläche. Ich werde demnächst noch einen anderen Sattel testen – habe aber noch keinen Favoriten.
  • Vorbau: Ich bin 192 cm groß und habe mir zur Entlastung des Nackens den ERGOTEC SWELL-R AHEAD 70 Vorbau angebaut.
  • Griffe: Die originalen Ergon-Griffe habe ich gegen den Ergon GP5 mit den großen Hörnchen getauscht.
  • Pedalen: Shimano SPD Pedale gehörten bei mir immer schon zur Standardausstattung – werde ich aber demnächst von abweichen.
  • Schutzblech: Da mir das vordere Schutzbleich zu kurz ist, habe ich noch einen Spritzlappen von FAHRER angebaut.
  • Federgabel: Hier habe ich bei der Wartung einen Spacer entfernt – ich bin jedoch mit dem Ansprechverhalten immer noch nicht zufrieden.
    Feder-Lock-Versteller und Zahnrad SR Suntour für SF15 Aion (verloren ??) Federgabel – Wartung durchgeführt

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Verbrauchsmaterial bzw. Ersatzteile: „Nach 15.000km, davon die meisten im täglichen Pendeln in der relativ ebenen „Rübentaiga“ , hatte ich nur eine Panne. Ein Nagel hat den hinteren Reifen durchschlagen. Diese Panne hat mir gezeigt wie wichtig es ist, das Hinterrad schon mal testweise ausgebaut zu haben. Ich hatte deshalb das richtige Werkzeug mit und konnte die Panne unterwegs beheben.

  • 2 Satz Bremsbeläge für vorne und hinten
  • 1 neuer Schlauch
  • 1 neuer Reifen Schwalbe Super Moto
  • Feder-Lock-Versteller und Zahnrad SR Suntour für SF15 Aion
    Federgabelfett

Übrigens warte und repariere ich mein Fahrrad selbst – so wie ich es auch bei meinen Motorrädern mache.“

Mein Fazit:Ich würde mir das Fahrrad wieder kaufen – aber wer weiß – das Bessere ist auch immer der Feind des Guten.“

Danke ratux für die Zusammenfassugng der letzten 15.000km und vor allem die tollen Fotos! Bei deiner Fahrleistung kann man sehen, dass das Delite auf der Kurz- und Mittelstrecke ordentlich Spaß macht – da punktet vor allem die Gesundheit aufgrund der Bewegung. Übrigens ist das Bikee auf dem herbstlichen Kürbisfeld quasi unsichtbar – merk dir also immer, wo du es abgestellt hast.

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2 Gedanken zu “Ratux‘ Riese&Müller Delite GT Modell 2017 mit Bosch CX (10.000km+)

  1. Hans Senior 3. April 2020 / 18:25

    Super Bericht, schöne Fotos. Guter Einfall mit den Fotos zum Thema Kürbis, Kürbischremesuppe und Kürbisgulasch sind Lieblingsspeisen von mir, abe die Fahrradfarbe darauf abzustimmen ist schon genial. Super Rad, lediglich mit der NuVinci Schaltung könnt ich mich nicht anfreunden, die kenn ich vom Rad meiner Frau.
    Mache auch mit dem Kagu in ein paar Tagen die 15.000 km voll (seit Juli 2017).
    Weiterhin ein pannenarmes und unfallfreies Fahren!

    • Siggi68 13. April 2020 / 15:28

      Der Bericht eines Pendlers bzw. eines Alltagfahres ist meiner Meinung nach um einiges höher einzuschätzen als der Bericht eines Freizeifahrers. Nicht falsch verstehen: aber es macht doch einen erheblichen Unterschied in den langfristigen Erfahrungswerten, ob ich im Jahr 10000 km bei Wind und Wetter abspule oder 1000 – 2000km in der Freizeit bei schönem Wetter.

      Es zeigt sich auch hier, in diesem sehr guten Bericht von ratux das sich hochwertige Qualität meistens auszahlt. Riese&Müller baut fast ausnahmslos teure Fahrräder. Aber eben auch meistens in hochwertiger Qualität. Aber natürlch gibt es auch an diesen Rädern immer Schwachstellen die im Bezug auf den Preis ärgerlich sind.

      Was die Schaltung und den Antrieb angeht, würde ich niemals an einem Pedelec eine Nabenschaltung (Nuvinci oder auch Rohloff) mit Riemenantrieb bevorzugen.

      Hierzu wurden schon von Ingenieuren Vergleiche angestellt.(Wirkungsgrad)
      Klar ist: egal was hierzu bisher geschrieben wurde …
      …ersetzt niemals tausende selbst und unter allen Bedingungen gefahrene Kilometer.

      Wer einmal in direkten Vergleich Kette und Riemenantrieb gefahren ist wird zumindest was die Agilität und Sportlichkeit angeht, immer den Kettenantrieb bevorzugen.

      Ein Naben und /oder Getriebe geschaltetes Fahrrad (Rohloff/Nuvinci/Pinion)macht meiner Ansicht nach nur Sinn wenn man sein Pedelec nicht großartig pflegen will oder kann. Oder aber auf jeden Fall an einem Bio Bike für Langstreckenfahrer.

      Beim Pedelec bedeudet es je nach Nabe/Hersteller einen Mehrpreis von 500-2000€ zu einer sehr guten und sehr ausgereiften Shimano oder Sram Kettenschaltung.

      Das einzige Argument das meines erachtens nach gegen eine Kettenschaltung spricht, ist ihr tatsächlich höherer Pflegeaufwand. Von der Kostenseite gilt das auf keinen Fall.
      Für den Mehrpreis einer Nabenschaltung kann ich mir mindestens 10 Ketten/Kassetten Verschleissets a´60 € kaufen.

      Eine gut gepflegte Kette fahre ich erfahrungsgemäß ca. 5000 km.
      Also könnte man für den Aufpreis einer Nabenschaltung ca. 50000 km mit Kette fahren.
      Wenn man jetzt noch die Kosten für ein gutes Kettenöl abzieht sind es vielleich auch nur 48.000km….

      Es stimmt auch nicht das ein Riemenantrieb absolut wartungsfrei ist.(siehe Bericht)
      Er muss genauso vom Schmutz befreit werden wie eine Kette. Ansonsten verschleisst er schneller oder er kann von der Riemenscheibe springen.

      Man sollte auch bedenken das es auch im Zeitalter von „unplattbaren Reifen immer mal wieder eine Reifenpanne geben kann. Wohl dem, der eine Kettenschaltung hat und das Hinterrad ausbauen muss….

      Ich gebe zu das alles gilt nur wenn man die Verschleissteile auch selbst wechselt.
      Aber das werden wohl die meisten Langstreckenfahrer die sich mit Ihrem Pedelec beschäftigen auch tun.

      Mein Streckenpensum beträgt ca.10000km im Jahr mit einer Kettenschaltung (Shimano XT)
      Da ich nebenbei in einem Radladen arbeite und hin und wieder die Möglichkeit habe auch Pedelecs mit Riemenantrieb zu nutzen, habe ich Erfahrung mit beiden Systemen.
      ( 39000km auf zwei Pedelecs mit Kettenschaltung / 2000km mit Nabenschaltung)

      Weiterhin auch von mir pannenfreies und vor allem unfallfreies fahren.

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