Susanne’s CUBE Stereo 120 (BOSCH CX)

Susanne ist Melder im Pedelecmonitor (suli #1). Sie hat mir von Oktober 2016 bis Mai 2017 ihr neues CUBE Stereo 120 mit gerade mal 412km als Leihgabe über die kalte Jahreszeit zur Verfügung gestellt. Als kleines Dankeschön wird sie hier unter der Nummer #1 suli geführt.

Eins vorweg. Ich habe keine 10.000km in den 8 Monaten geschafft, doch das Cube war ununterbrochen bei jedem Wetter draußen unterwegs. Die Testkategorie müsste eigentlich „Quick & Dirty“ heißen (Kategorie im Mai 2017 eingeführt). Geplant waren ursprünglich 2.500km, doch das Pedelec machte solchen Spaß, dass ich viel viel viel viel öfter gefahren bin.

Der Umstieg von Alex’ Focus Crater Lake (IMPULSE2.0) auf CUBE mit Bosch CX fiel überraschend leicht. Beide Motoren sind ähnlich stark. Während der Impulse2.0 vom Start an kräftiger zog, startet der CX etwas sanfter, wird jedoch im optimalen Kadenzbereich etwas stärker.

Das Streckenprofil beträgt 160km und 2.000Hm pro Woche bei jedem Wetter. Das Systemgewicht sind sportliche 110kg mit dem Hang zum selbertreten in der Ebene. In Bosch-Unterstützungen ausgedrückt: 25% ohne Hilfe / 50% Tour / 25% Turbo+Sport, die Prozentangaben beziehen sich auf die gefahrene Strecke. Da unser Kinderanhänger nur an eine Kupplung an der Hinterachse montiert werden kann, habe ich beim Fully aufgrund der diversen Hinterbaulagerungen auf einen Einsatz als Zugmaschine verzichtet.

Der Kurzüberblick

  • 09.10.2016 –    412km – Das Cube ging in meine Obhut über
  • 02.11.2016 – 1.079km – Inspektion und neue Bremsbeläge vorn/hinten
  • 12.01.2017 – 2.400km – Neue Bremsbeläge vorn/hinten
  • 27.03.2017 – 4.090km – Neue Bremsbeläge vorn/hinten
  • 11.04.2017 – 4.494km – Kette gerissen – notdürftig geflickt
  • 21.04.2017 – 4.558km – Inspektion und neue Kassette und Kette
  • 09.05.2017 – 5.094km – Schnellspanner am Sattelrohr defekt
  • 03.06.2017 – 5.800km – Inspektion und neue Kette, Bremsscheiben, Bremsbeläge, Freilaufkörper Hinterrad, Bremsenentlüftung

Nun noch ein paar chronologisch sortierte Eindrücke.

412km – Übergabe

Da steht es, geputzt, glänzend, kaum bewegt, wie neu aus dem Laden, und ich darf es jetzt über den Winter bewegen. Der Umstieg von Hardtail auf Fully fällt auf jeden Fall leicht. Da ich aber 2017 zurück auf ein noch zu erwerbendes Hardtail muss, habe ich am Federbein die härteste Dämpfung eingestellt. Die XT-Ausstattung, insbesondere die Bremsen überzeugen und werden ab diesem Moment als neue persönliche Mindestausstattung angesehen. Das Intuvia samt Motor erklärt sich von selbst.
LOS GEHT’S !

1.079km – erste Inspektion

Die Herbsttage waren mitunter kalt und nass. Wenn nicht jeden zweiten Tag die Kette gefettet wurde, dankte diese es mir mit einem kontinuierlichen, nervigen Quietschen über 45km.

Der Motor zieht mich völlig unbeeindruckt jeden Berg hoch. Schalten sollte man indes mit etwas Voraussicht, sonst knallen die Gänge rein oder die Kette verhaspelt sich – das lernt man aber recht schnell. Dazu kam, dass die Schaltung sich leicht verstellte. An einer steilen Strecke geschah es dann, dass die Kette zwischen Speichen und größtem Kettenblatt landete … und da wollte sie auch nicht mehr weg. In einer zweistündigen Operation gelang es mir dann, die festgesetzten Glieder aus ihrem Nest zu befreien.

Der Umwerfer war verbogen, einige Kettenglieder hatten tiefe Riefen, insgesamt hatte die Kette einen kleinen Knick an der besagten Stelle. Die Ursache war eine kleine Schraube am Hinterbau, gleich rechts neben der Steckachse, die sich löste und den Umwerfer lockerte.

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Da sich auch die Bremsbeläge schleifend bergab zu Wort meldeten, entschied ich mich die erste Inspektion durchführen zu lassen.

  • Alle Rahmenschrauben wurden kontrolliert
  • Neue Software wurde aufgespielt
  • Bremsbeläge vorn/hinten getauscht
  • der Umwerfer wurde gerade gebogen
  • happige 90 Euro für alles, aber es ist ja nicht mein Rad!

2.400km – Mitte Januar, ein Zwischenstand

Ärgerlich. Mittlerweile sind die ersten kleinen Kratzer im Lack. Wie erkläre ich das nur? Als Schutzmaßnahme habe ich mich extra gegen jegliches Putzen entschieden, damit Steinchen und Hecken keine Lackschäden verursachen. Susanne war in der Weihnachtszeit zu Besuch bei mir und hat das Pedelec total dreckig an der Wand hängen gesehen. Dabei pflege ich es, wo ich kann und es auch wirklich nötig ist. Nur Putzen, das sehe ich nicht ein – reine Zeitverschwendung!

Bei Kälte geht die Reichweite des Akkus merklich zurück. Während im Herbst am Tagesende meist 40-60% nachgeladen werden mussten, sind es bei Temperaturen um bzw. unter 0 Grad oft 80%! Der salzige Sprühnebel der PKW macht auch der Intuvia-Halterung zu schaffen. Die Kontakte werden sehr schnell rostig – hier pflege ich tatsächlich täglich.

Als einziges Manko muss ich erwähnen, dass aus der Motorgegend ein leichtes Knistern kommt. Nach einer Regenfahrt ist dieses Knistern wieder weg!

Bei 2.400km spendierte ich neue Shimano G02A Bremsbeläge vorn und hinten. Die Befürchtung wächst, dass ich mit den veranschlagten 2.500km bis zum neuen Pedelec nicht ganz hinkommen werde – ich vertröste Susanne auf eventuelle 3.000km.

4.500km – große Inspektion

Die Auslieferung meines neuen Cube Hardtails Modelljahr 2017 wurde großzügig von Januar auf „vielleicht kommt es ja“ Anfang Mai verlegt. Die 3.000km Marke schwankt … und kippt.

Das Knistern mutierte inzwischen zu einem Knacken, und das ist nun sehr dominant. Einziger Wermutstropfen, es ist wahrscheinlich nicht der CX-Motor sondern die Lagerung des Federbeins bzw. das Federbein selbst.

Seit Ende der Kälte im Januar klappert auch der Akku fleißig in seiner Halterung. Man kann ihn sicher neu justieren, ich habe keine Ahnung davon und will es nicht schlimmer machen. Mit Temperaturen über 8 Grad ist aber auch die Akku-Reichweite wieder gestiegen. Die Kette und die Kassette hinten rutschen nun von der Kategorie verschlissen in die Kategorie mangelnde Wartung und Pflege.

Da Susanne im Frühling sicher selbst fahren möchte, bereite ich die große „Erneuerung“ vor. Ich plane den Wechsel von

  • Bremsbelägen vorn/hinten (bei 4.090km gab es bereits neue G02A)
  • Griffen
  • Reifen vorn/hinten
  • Pedalen

Zwei Tage vor dem Oster-Urlaub meinte die Kette, beim Anfahren an einer Kreuzung versagen zu müssen. Keine 300m entfernt befindet sich mein „neuer“ Cube-Händler, Gott sei Dank. Ein neues Kettenschloss und etwas Fett macht 20 Euro, aber ich kann erstmal die nächsten 2 Tage bis zum Oster-Urlaub weiterfahren.

Nach Ostern 2017 wurde die Inspektion von Rudi’s Radl-Shop durchgeführt – die Kette war bereits gerissen, die Kassette zum Teil verschlissen, es knackte irgendwo in der Gegend Sattelrohr / Federbeinlagerung / Motoranbindung. Letztere Stellen wurden sehr sehr großzügig mit WD40 eingesprüht. Nach 3 Tagen Einwirkzeit knackte dann nichts mehr. Es gab noch eine neue Kette und eine neue Kassette.

Das (Wende-)Ritzel am Motor musste umgedreht werden, da sich die Kette unter Last im Bereich des Leertrums von unten um das Ritzel wickelte. Der Rudi vom Radl-Shop demontierte außerdem alle Kurbeln und reinigte den Motor hinter den Abdeckungen.

Die erste Fahrt zur Arbeit ist wieder schön leise, kein Akkuklappern, kein Knarzen oder Knacken und die Kette läuft schön leise, der Motor gibt nur ein leises Surren von sich …. 20 Kilometer später knackt es beim starken treten. Ich werd‘ verrückt!

5.000km – Vorbereitungen für die Rückgabe

CUBE und seine Vorhersagen zu Lieferzeiten, Lieferung verschoben von Mitte Januar auf Anfang Mai. Das ist Fakt! … Das war Fakt – wir haben Anfang Mai – es wird Anfang Juni. Spitze, denn Anfang Juli werden auf der EuroBike bereits die 2018er Modelle vorgestellt.

Die 5.000km – Marke für die Rückgabe wackelt gewaltig.

Bevor ich das Rad zurückgeben kann, müssen erstmal alle Ursachen für die Geräusche gefunden werden. Ich habe noch bis Ende Mai 2017 Zeit.

1. Die Geräusche in der Hinterradnabe

2. Die Geräusche aus der Motorgegend

Inzwischen gab es Kontakt zum Verkäufer, das Hinterrad muss eingeschickt werden und es gibt einen neuen Freilauf im Rahmen der Gewährleistung. Auch mit den knackenden Geräuschen vom Hinterbau bin ich etwas weiter. Die Aufnahmen müssen demontiert, gereinigt und neu gefettet werden. Dann sollte laut e-motion Team in Esslingen das Knacken vorbei sein.

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Es ist passiert – ganz plötzlich! Da waren die 5.000km auf einmal in der Anzeige. Für mich ist das Bike immernoch neuwertig, aber für Susanne?

Mittlerweile zeigen sich reale Nutzungsspuren. Leichtbau aus Alu und Haltbarkeit passen eben meist nicht zusammen. Weil die Sattelstütze bei jeder Fahrt um 4-8cm nach unten rutscht, muss ich den Schnellspanner öffnen, die Stütze rausziehen und etwas fester wieder schließen. Bis heute hat das so funktioniert. Dann machte es plopp und ich saß ganz unten.

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Das Gewinde in der Mutter war nicht mehr vorhanden, die Grate konnte man herauspopeln. Man darf so ein Pedelec eben nicht jeden Tag nutzen, dafür sind die Komponenten einfach nicht gemacht!

5.800km – Fazit nach 8 Monaten

Eine Woche vor Abgabe hatte ich tatsächlich noch einen Sturz. Zum Glück war nur der Umwerfer verbogen! Griffe und Pedalen hatten auch einiges abbekommen, doch der Ersatz liegt bereits zu Hause.

Es ist Juni und Susanne möchte nun auch endlich ins Gelände mit ihrem Rad. In einer Nacht und Nebel-Aktion putzte ich das gesamte Rad. Dann ging das Rad nach Gengenbach bei Link-Quadrat zur finalen Inspektion. Insgesamt wurden einige Neuteile spendiert:

  • Griffe
  • Reifen vorn/hinten
  • Pedalen
  • Kette
  • Bremsscheiben vorn/hinten
  • Bremsbeläge vorn/hinten
  • Freilaufkörper im Hinterrad
  • Batterien für die Stecklichter
  • Schmutzfänger vorn

Außerdem wurden die Bremsen entlüftet, da die Druckpunkte bei starken Bremsungen nicht mehr so eindeutig waren. Der Umwerfer wurde korrekt zurückgebogen und neu eingestellt. Das knacken vom Hinterbau konnte ebenfalls beseitigt werden. Es war eine gelockerte Schraube, die nur nachgezogen werden musste.

Nun knackt nichts mehr!

Zusammen hat die rundum Erneuerung zwar knappe 400 Euro gekostet, doch Susanne ist gleich einen Tag nach der Abholung ins Gelände und überglücklich, dass ihr Bike wieder da ist.

Das Cube Stereo Hybrid 120 Race macht einfach Spaß! Wenn der Hund abends noch eine Gassirunde brauchte, schaute ich nur auf das Rad und dann auf den Hund – die Freude in den Hundeaugen wurde durch das heftige Schwanzwedeln noch verstärkt. Und dann ging es ab in die hügelige Obstwiesen- und Waldlandschaft.

Mein Fazit nach

  • 5.400 km
  • 61.630 Höhenmetern
  • 60 vollen Ladezyklen

Das Cube Stereo ist ein geiles Spaßgerät, egal ob zum Pendeln mit Feld- Wald- und Wieseneinsätzen und Bordsteinkanten-Jumps oder im Gelände bei steilen bergab- oder bergauf-Passagen! Das Bike war in schnellen und unebenen Kurven stets stabil, kein nervöses Lenkerflattern. Die Bremsen verdienen ihren Namen, die Shimano BR-M8000 sind absolut empfehlenswert. Die Kevlar verstärkten Nobby Nics hielten den überschaubaren aber mitunter schwierigen Geländeeinsätzen problemlos stand.

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Susanne, ich wünsche dir viel Freude mit deinem Cube Stereo und allzeit gute Fahrt!

 

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