Brico66s Riese&Müller Roadster Urban mit Bosch Active Line PLUS (10.000km+)

Vor 10 Monaten präsentierte Brico66 seinen 10.000km Bericht. Nun hat er noch Mal 10.000km draufgepackt und gibt ein 20.000km+ Fazit. Haben seine Umbauten zu einer Verbesserung geführt? Welche Komponenten schwächeln?

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„In der Gesamtschau der bei mir verbauten Komponenten bin ich sehr, sehr zufrieden – gerade in Punkto Zuverlässigkeit! […] Ich jedenfalls freue mich auf die nächsten 10.000km!“

„Der zweite 10.000er ist voll! In meiner jetzt rund 6-jährigen Pedelec-Historie habe ich mittlerweile rund 55.000 km zurückgelegt, allein mit meinem Roadster Urban von R&M mit Active Line Plus sind es eben diese 20.000 km – und das in nur gut 1 ½ Jahren!

Zugegeben ist diese Kilometerleistung einem gewissen Spleen geschuldet, sie zeigt aber auch, dass es richtig, richtig Spaß macht, sich mit einem Pedelec im Alltag zu bewegen – egal ob mit einem mittelmäßig ausgestatteten oder einem richtig guten wie meinem jetzigen. Auch auf die Gefahr, mich zu wiederholen: für mich die beste Erfindung im Mobilitätsbereich seit dem Auto mit Verbrennungsmotor und auch im ländlichen Raum eine großartige Alternative zu diesem.

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Ganz ehrlich: dieses Ding macht zumindest in einem städtischen Großraum mit täglichen Entfernungen von etwa max. 70km das Auto für einen normalen Pendler überflüssig – zumal dort ja auch noch der öffentliche Nahverkehr die evtl. Lücken füllen kann.

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Aber nun zu meinem zweiten Erfahrungsbericht nach rund 20.000 km mit dem R&M Roadster Urban 2018, Gates Riemen und Shimano Alfine 11 DI2.“

Gates Riemen: „Im ersten Bericht hatte ich ja von meinem ersten Schaden nach bereits rund 3.500 km geschrieben. Meine Befürchtung, nach meiner Kettenerfahrung vom Regen in die Traufe zu geraten, war Gott sei Dank unbegründet. Der zweite Riemen hält mitsamt der Ritzel (diese noch im Original) bis heute ohne Probleme durch – toi, toi, toi.

Mit meinem alten Pedelec hätte ich in der Zeit mindestens 400,- € für acht Ketten, vier Ritzel/Kettenblätter plus Arbeitszeit investieren müssen – und vor allem, ich wäre alle zwei bis drei Monate in der Werkstatt gewesen – was ein enormer Aufwand hinsichtlich der Zeit! Zumindest bei meiner Fahrleistung war der Riemen eine absolut richtige Entscheidung. Ich denke aber auch, dass ein normaler Fahrer vielleicht sogar mit einem einzigen Riemen im gesamten Fahrradleben auskommen kann.“

Shimano Alfine 11 DI2:Auch hier kann ich nur sagen: TOP! Auch nach 20.000 km keine nennenswerten Probleme, absolut zuverlässig. Dazu kommt noch der Komfortaspekt durch das schnelle, geräuschlose elektronische Schalten, wirklich Klasse. Dass man die Schaltwippen besser positionieren könnte, hatte ich früher schon erwähnt … aber das ist kein wirklicher Nachteil. Würde ich jederzeit wieder kaufen, auch wenn die echten Features wie automatisches Schalten in meinen Augen blödsinnig sind.“

Bosch Akku: „Im Sommer 2019 habe ich mir – in froher Erwartung einer 2-wöchigen Tour an der Ostsee – nach knapp 15.000 km einen Ersatz-Akku gekauft. Keine Angst, der Akku wäre im Alltagsbetrieb noch keineswegs notwendig gewesen. Ich fahre noch heute meistens mit dem alten Akku in die Arbeit, allerdings muss ich den dort dann nachladen, sonst würde es nach Hause nicht mehr reichen. Aber: mein Arbeitgeber – und an dieser Stelle mache ich gerne Werbung für ihn: die DATEV in Nürnberg – hat an all ihren Standorten Ladestationen für Pedelecs installiert, d.h. das Nachladen funktioniert dort unkompliziert und sogar kostenlos.

In Zahlen ausgedrückt: der Original-Akku hat auf den 20.000 km rund 20 % seiner Kapazität eingebüßt. Der Ersatz-Akku ist aber in jedem Fall gut investiert, er erleichtert die Planung längerer Tages-Touren enorm, zumal meine Frau und ich beide mit dem Bosch System unterwegs sind und tauschen können.

Aber die Akkus sind mit Kosten von rund 700,- € natürlich kein Schnäppchen …“

Licht: „Die Aufrüstung der Original-Beleuchtung auf Busch&Müller IQ-X hat sich zwar zunächst gelohnt, subjektiv betrachtet lässt aber die Leistung des Scheinwerfers deutlich nach. Ich fahre sehr häufig (zumal im Winterhalbjahr) stundenlang mit Licht und meine, dass es dieses Jahr deutlich schlechter geworden ist im Vergleich zum letzten. Ich habe nach wie vor eine akkubetriebene Zusatzleuchte als „Fernlicht“, aber ohne diese würde ich nachts im Wald nicht mehr glücklich werden. Wie gesagt, dieser Eindruck ist wirklich subjektiv, vielleicht auch Einbildung, aber ich werde beim nächsten Mal vermutlich zum Beispiel die hochgelobte Supernova austesten.“

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Bereifung: „Unplattbar – was soll ich sagen? Sehen nach 20.000 km aus wie am ersten Tag, keine Platten, keine Pannen, kein wirklicher Verschleiß!“

Lenker/Vorbau:In meinem letzten Bericht hatte ich von meinen Nackenproblemen berichtet, diese habe ich aber nunweitgehend überwunden: einmal durch Anbringen von Hörnchen zum Umgreifen, im Sommer dann noch unterstützt durch einen steileren Lenkervorbau. Insgesamt deutlich besser als im letzten Berichtaber noch nicht perfekt.“

Boschs Nyon: „Leider hat sich in diesem Punkt gegenüber meiner letzten Einschätzung nichts geändert. Die Navigation grenzt in meinen Augen an eine Provokation. Vielleicht bin ich ‚old school‘, aber meine Meinung ist: totaler Schrott! Das kann auch daran liegen, dass ich seit meiner Kindheit daran gewöhnt bin, Land- und Straßenkarten zu studieren und mir auch Gedanken dazu zu machen. Ein Navi wie dieses (ehrlich: ich habe noch kein besseres erlebt, auch nicht im Auto, aber da merkt man die Fehlleistungen nicht so stark, man steigt ja nur aufs Gas…) ist komplett unbrauchbar. Selbst mein eigenes Standardargument „wenn du dich gar nicht auskennst, hilft dir das in jedem Fall weiter“ wurde in diesem Sommer ad absurdum geführt:So sah z.B. meine extra 8 km lange (Zusatz-)Schleife in diesem Sommer in der Gegend Höchstadt/Neustadt-Aisch aus, einer Region, in der ich mich nicht wirklich auskenne. Das Ganze war im Dunkeln so gegen 01:00 Uhr, ich wollte nur noch heim (noch rund 60 km) und ich war kurz davor, verzweifelt meine Frau anzurufen, dass sie mich mit dem Auto abholt. Das Navi war dabei die ganze Zeit „zuversichtlich“, es hat weder bei der ersten Anfahrt auf den Kreuzungspunkt noch bei dem zweiten irgendeine spezielle Äußerung gemacht…das ist also einfach der „richtige“ Weg nach Meinung der Navigation. Was will man mit so einem Schwachsinn anfangen?

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Ich hätte noch viele, viele Beispiel, die wirklich mindestens ärgerlich sind, ich lasse das aber jetzt. Es tut mir wirklich leid, ich bin selbst Softwareentwickler und keineswegs „Anti“, aber wenn das unsere digitale Zukunft ist, dann „Gute Nacht“! Ich freue mich jetzt schon auf die Schleifen beim gefeierten autonomen Fahren 😊. Wahrscheinlich werden wir autonom in 34 Minuten dort ankommen, wo wir auch in 7 Minuten zu Fuß wären…Hauptsache nicht bewegt 😊Es gibt für mich nur die zwei vernünftigen Alternativen (egal welches Verkehrsmittel):

  • Vertraue dem Navi, EGAL was es dir sagt. Schaue dir aber NIEMALS die dazugehörige Karte an, das spart dir den Besuch beim Psychologen. Du kommst irgendwann zum Ziel – nur das zählt. Zeit und ggf. Sprit sollten für dich keine Rolle spielen, einfach Verstand komplett abschalten. Ich schaffe das leider nicht.
  • Benutze eine Karte, schaue sie dir an, überlege wie du fahren willst – fertig. Du hast immer eine Ahnung, wohin du eigentlich willst und wo du ungefähr unterwegs bist. Jetzt kannst du auch gerne die Navigation nutzen…aber mit Verstand. Selbst bei Baustellen/Umleitungen kennst du die Richtung …“

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Gesamtfazit: „Das Roadster Urban ist ein tolles Pedelec, vermutlich nur eines unter vielen, wenn man das Feedback anderer liest. In der Gesamtschau der bei mir verbauten Komponenten bin ich sehr, sehr zufrieden – gerade in Punkto Zuverlässigkeit! Das einzige wirkliche Manko ist in meinen Augen das, was sich Navigation nennt. Nach meiner Einschätzung ist das aber kein Fehler desHerstellers R&M, sondern eine generelle Bringschuld derer, die behaupten, Navigationssysteme bereitstellen zu können.“

„Ich jedenfalls freue mich auf die nächsten 10.000km!“

Danke Brico66 für diesen 20.000km+ Bericht. Ich bin sehr beeindruckt, was dieses kleine Bike mit dem kleinen Motörchen alles kann. Mit Riemen und Alfine muss man auch recht wenig (Putz- und Pflege-)Zeit mit dem Riese & Müller verbringen – damit steht das Fahren ganz klar im Vordergrund. Ich wünsche dir für mindestens weitere 20.000km allzeit gute Fahrt!

[FOTOS und GRAFIKEN: Brico66]

Bosch Mittelmotoren

Nabenschaltungen und Riemen

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