Hannes Buskovic‘ Stromer ST2S mit Syno Drive (Quick&Dirty)

Hannes Buskovic hat recherchiert, gekauft und wenige Tage später sein Auto abgeschafft. Seitdem ist er ein euphorischer ST2S Biker und erledigt alles damit, denn das Stromer passt genau in seinen vorgegebenen Rahmen von Beruf und Freizeit.

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„Bergauf presche ich die meisten Steigungen bis ca. 7 % mit 40km/h […]. Schon lustig wenn man mit dem Fahrrad bergauf Kurven anbremsen muss.“

Da hat das ST2 in meinem Blog mit Abstand die meisten Langläufer, doch alles Bitten half nicht. Niemand konnte oder wollte etwas zum ST2 schreiben, lieber wird diese Zeit zum Fahren genutzt – absolut verständlich! Hannes Buskovic meldete sich im Oktober 2019 an und packte gleich dutzende Zeilen ins Kommentarfeld – Tausend Dank!

Der Weg zum Stromer: „Die Idee gänzlich auf ein elektrisiertes Zweirad umzusteigen ereilte mich im Februar 2019 plötzlich einfach so eines Abends. Beweggründe? Was für die Umwelt tun und Fun!

Es war von Anfang an klar, dass es ein S-Pedelec sein muss, da ich schnell unterwegs sein will. In der Schweiz ist die Gesetzeslage da auch schöner, so darf man z.B. auch Radwege damit befahren.

Ich fuhr mehrere S-Pedelecs umfangreich Probe. Schnell wurde klar, dass in Sachen Leistung & Reichweite Stromer ganz ganz weit vorne mitfährt. Die neueren 27,5 Zoll Stromer Modelle gefallen mir nicht so sehr. Diese fand ich träger im Fahrverhalten und steil bergauf auch eher langsamer. Leider wurde die ST2 Linie mit 26 Zoll mittlerweile komplett durch 27,5 Zoller ersetzt. Das ist auch Geschmackssache, sie fahren sich dafür sehr ruhig und spurstabil. Mal sehen was Stromer in Zukunft noch so bringt.

Die ebenfalls sehr interessanten Speedpeds aus der Nähe von Bern und nur in der Schweiz erhältlich, entdeckte ich erst nach Kaufentscheidung, das ist aber ein anderes Thema – ausserdem bin ich vollumfassend zufrieden mit meinem Stromer ST2S.

Am letzten Tag des Monats März 2019 erhielt ich mein Stromer ST2S. Es war bereits fest geplant mein Auto schnellstmöglich nach Nutzungsbeginn des Stromers zu verkaufen, was Mitte April dann auch bereits stattfand.“

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Nutzung und Fahrprofil: „Ich nutze das Rad hauptsächlich, um damit die Kletterfelsen des Basler Jura anzufahren, welche sehr zahlreich sind im Umkreis von 40km und teils auch weiter entfernt. Bereits davor war ich sehr viel mit meinem Reiserad unterwegs, jedoch nie zum Klettern, da dafür fast immer ein paar hundert Höhenmeter sowie 15 bis 40km Strecke einfach mit ca 7 bis 13kg Gepäck absolviert werden müssen. Der Grossteil meiner Strecken liegt im Rahmen von 25km einfach.

Des Weiteren wird es auch für sonst fast alles genutzt: Besuch bei Verwandtschaft & Freunden in Deutschland und oft auch nur zum pendeln zur Arbeit.

Nach der Arbeit fahre ich oft noch schnell weiter an einen Fels. Früher habe ich dann immer das Auto genommen. Nun befördert mich mein Stromer zu den Felsen. Wie ich fest gestellt habe bin ich mit dem Stromer je nach Destination sogar etwas schneller am Ziel, wirklich toll!

Neben meinem Stromer nutze ich auch noch mein Reiserad: Tout Terrain Grandtour. Im hellen Halbjahr, wenn ich sehr viel on Tour bin, jedoch deutlich seltener als vor dem Kauf des Stromer. Schliesslich will ich ja nun so gut wie alles pedalierend erreichen. Das Tout Terrain wird im dunklen Halbjahr wieder häufiger genutzt. Zu dieser Jahreszeit bin ich etwas weniger unterwegs.

Nun ein paar Fakten & Eindrücke zu meinem Stromer ST2S 2018er Modell:

  • 983wH Akku,
  • 800W Syno Drive Nabenmotor von TDCM,
  • 26Zoll Conti Topcontact II,
  • Magura MT5 Bremsanlage,
  • Supernova M99Pro Scheinwerfer,
  • Shimano DI2 Schaltung,
  • Diebstahlschutz via integriertem GPS & Internetverbindung,
  • 4 Jahre Garantie.

Das Rad geht grandios vorwärts, kein Vergleich zu den von mir getesteten Mittelmotoren. Ich verstehe echt nicht wieso Mittelmotoren so viel verbreiteter sind als Nabenmotoren. Das muss wirtschaftliche Gründe haben, da an 25km/h Pedelecs eventuell besser.

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Motor und Drehmoment: „45-48km/h kann ich damit auf der Ebene mit sehr geringen Eigenaufwand fahren, meistens trete ich aber dennoch etwas mehr als notwendig, macht ja auch Laune :). Bergauf presche ich die meisten Steigungen bis ca. 7 % Steilheit mit 40km/h – auch mit etwas Gepäck! Schon lustig wenn man mit dem Fahrrad bergauf Kurven anbremsen muss.

Steilere Strassen von ca 11-12 % bewältigt der Nabenmotor immer noch problemlos, wenn auch nicht mehr ganz so schnell, dann fahre ich aber immernoch so +/- 25 km/h mit genug Eigenleistung. Hierzu sei gesagt, dass ich zu den Leichtgewichten gehöre. Das ist sicher ein begünstigender Faktor.“

Reichweite: „In Sachen Reichweite bin ich auch sehr zufrieden. Folgende Werte beziehen sich auf meinen jungen Akku und eher gute Bedingungen: „Vollstrom“ auf Landstrassen mit einem Schnitt von um die 40km/H, ein einigen hundert Höhenmetern und kaum Rekuperation komme ich mit einer Akkuladung immernoch rund 70-75 km weit,.

Sobald rekuperieren durch steilere Gefälle Sinn macht, je nach Streckenwahl, sind rund 80-85 km drin. Das bezieht sich dann immer noch auf mittlere Geschwindkeiten von rund 35km/h, je nach Terrain und Strassen.

In flacheren Gefilden oder wenn man generell ein wenig maximal Tempo opfert, reicht eine Akkuladung bei schnellem Vorwärtskommen (ebenfalls Schnitt von ca 35km/h) gut auch mal für 90 km und mehr. Das ganze kann man mit mehr Eigenleistung und langsameren Tempo weiter ausreizen wenn man will.

Durch die programmierbare Stufe 2 (von 3) kann man viel beeinflussen, sowie auch über den Drehmomentsensor welcher für alle Stufen gilt. Stufe 2 habe ich mir so eingestellt, dass ich mit noch moderatem Kraftaufwand auf der Ebene oder dezent bergauf ca. ca 40 km/h Reisegeschwindigkeit fahren kann, das spart schon merklich Strom im Vergleich zu „vollstrom“ Stufe 3.“

Natürlich spielen äussere Einflüsse eine grosse Rolle bei den erzielbaren Reichweiten. Ampelstops, Gegenwind und tiefe Temperaturen setzen dem Akku zu.

Beleuchtung: „Der Scheinwerfer Supernova M99Pro liefert ein geniales Fernlicht. Ich wollte kein kleineres Licht mehr für typische Stromer Geschwindigkeiten. Im Abblendlichtmodus dagegen ist mir der Lichtkegel etwas zu eingeschränkt bei schnellen Geschwindigkeiten, da muss man die Geschwindigkeit schonmal etwas reduzieren.“

Bremsen: „Mit den Bremsen hatte ich etwas Mühe, sie zogen sehr schnell Luft. Sie wurden bereits mehrfach entlüftet und nun noch einer der Hebel ausgetauscht. Ich hoffe es hält nun. Gemäss der Werkstatt sei das nicht typisch für die Magura MT5.“ 

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Was unbedingt noch zum ST2S zu sagen ist: „Ich bin immer noch begeistert von dem Rad, jede Fahrt macht massiv viel Spass. Für mich hat es sich definitiv gelohnt soviel Geld für ein E-Bike auszugeben.

Was mir noch als negativ einfällt ist das Akkufach. Bei Sonneneinstrahlung verbiegt sich das gern und macht dann Platz für etwaigen Regen zum eindringen. Als Lösung habe ich einen grossen Flaschenhalter mit Klettbändern montiert. In diesen passt meine grosse 1,2 L Edelstahl Kivanta Flasche. Die Klettbänder halten gleichzeitig das Akkufach dicht.

Ein solches Problem sollte es in dieser Preisklasse nicht geben. Aber was ist schon perfekt?“

Fazit: Ich halte das ST2S persönlich immer noch für das beste Stromer da es nicht ganz so fett und wuchtig ist die neueren Modelle. Persönlich finde ich die Entwicklung nicht so toll, aber was soll man machen. Mal sehen was die Zukunft bringt.“

[FOTOS: Hannes Buskovic]

Vielen Dank Hannes Buskovic für deinen Text und die detailreichen Fotos. Manch einer regt sich über den aufgerufenen Preis von Stromer auf, doch wer dafür sein Auto abschafft und innerhalb der nächsten 60 Monate oder länger ca. 10.000km pro Jahr bei allen Wetterlagen zurücklegt, braucht die besten Komponenten und eine zuverlässige Technik. Das Gros der hier teilnehmenden Stromer zeigt, dass das gute Image begründet ist. Allzeit gute Fahrt Hannes Buskovic!

Übersicht der Stromer Motoren

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