OldMan54s Riese & Müller Supercharger mit Bosch CX (Quick&Dirty)

Wer fundiertes Wissen zu Pedelecs sucht, wird zwangsläufig über Forenbeiträge von OldMan54 stolpern. Herz, Engagement und detaillierte Beschreibungen zeichnen seine Texte und Fotos aus. OldMan54 präsentiert ein Jahr R&M SuperCharger mit viel Bildmaterial.

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„Für den Urlaub wollte ich mir einen Reserve Gates kaufen, das kostet mehr als eine Kette und zweimal Ritzel!“

Wie schon gesagt ist OldMan54 sehr genau in Sachen Dokumentation, daher stellt der Artikel nur die absolute Zusammenfassung dar. Wer mehr Details und Fotos in besserer Auflösung sehen möchte, möge bitte den derzeit 320 Seiten starken Thread im Pedelecforum besuchen … doch lieber die Zusammenfassung? Los geht’s.

„Nach etwa 2 Jahren und über 8000 km Specialized Levo Expert war mir klar, dass Bike ist für meine Ansprüche als Tourguide, Alpencross mit Gepäck, lange Touren über 70 km suboptimal.

Der Brose hat zwar eine super Leistungscharakteristik, aber 2. Motor, 2. Akku, immer wieder mal Aussetzer nervten mich, zumal das Ende der Garantiezeit nahte.

Ich wollte ein Bike, dass mit meinen 100 kg locker über 1500 Höhenmeter und 100 km kommt, möglichst wartungsarm und zuverlässig ist, auch mit Gepäck stabil hohes Tempo auf Asphalt verkraftet.

Bosch, Dual Akku, Rohloff war so eine Vorstellung – das gibt es nicht überall! Bei Riese und Müller wurde ich fündig.

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Preislich im Bereich meines Levo Expert, hinten nicht gefedert, Bosch CX mit 2 x 500 Wh Akku.

Vom Levo baute ich meine Trickstuff Direttissima Vorderradbremse ein (rechts, bin Motorradfahrer), in Verbindung mit einer 203 er Shimano XT Scheibe.

R&M verbaut auf dem „Jeep“ den Schwalbe Rock Razor in einer etwas härteren Gummimischung.

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Auf Grund der breiten Felge hat der Reifen (27,5 x 2.35) eine relativ flache Kontur, die mir auf dem Vorderrad nicht so zusagte.

Ich zog eine Specialized Ground Control in 2.6 er Breite auf. Der mag allerdings keine nassen Steine, Asphalt, wurde nach dem ich einmal in einem Trial Abschnitt vorne unvermittelt wegschmiert und umflog, durch den Schwalbe Maci Mary Addix Soft, ebenfalls in 2.6 ersetzt.

Gripp ohne Ende, passt für meine Ansprüche.

Die Suntour AION Gabel lässt sich problemlos von 100 auf 120 mm traveln.

Der Gepäckträger hat ein rechteckiges Profil, dass natürlich suboptimal ist.

Mit etwas Anpassung sitzen die VAUDE Taschen jetzt fest, ohne den Lack zu ruinieren.

Apropos Lack, die Lackqualität ist der Preisklasse nur bedingt angemessen!

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Das Bike hat Gates, was theoretisch für Betrieb ohne Schmieren usw. steht.

Ich konnte das Vorgängermodell eines Bekannten ein Wochenende lang testen, hat Kette, ansonsten bis auf die alten (nicht integrierten) Akkus von Ausstattung und Geometrie nahezu identisch.

Es fährt sich leichter, der Gates schluckt Kraft, spürbar wenn man ohne, oder mit wenig Unterstützung fährt.

Für den Urlaub wollte ich mir einen Reserve Gates kaufen, kostet mehr als eine Kette + 2 x Ritzel!

Da baute ich dann versuchseweise Kette ein, mit den ≈5mm Abweichung der Kettenlinie nach links kann ich leben.

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Das Anfangs verwendete Garmin Edge Explore 1000 ersetzte ich durch NYON, kommuniziert besser mit Bosch, größeres Display, hängt am Bordakku.

Im Urlaub bei Füssen bewährte sich das System Kette problemlos.

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Der Halter des Gepäckträgers bekam einen Riss, wurde problemlos durch R&M durch eine verstärkte Version (jetzt Serie) ersetzt.

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Ich stellte fest, dass die gefederte Sattelstütze Thudbuster ST mir wenig bringt, ich die versekbare vom Levo doch sehr vermisste. Rockshox Reverbe Stealth folgte, etwas fummeliger Einbau der hydraulischen Leitung, hat sich aber gelohnt.

Nachdem mir klar war, Gates werde ich nie wieder einbauen, rüstete ich den Rohloff Spanner nach, damit ist das Thema Kette nachspannen durch.

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Schmiere so alle 14 Tage sparsam

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Ein guter Freund schenkte mir handlaminierte, breitere Carbon Kotflügel + Verstebungen für den Träger.

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Das Bike wird das ganze Jahr durch gefahren.

Ist jetzt 14 Monate alt, knapp 6800 km, 112.000 Höhenmeter gelaufen. Bremsscheibe hinten und vorne 1 x erneuert (Februar diesen Jahres), Beläge, Reifen sind Verschleißteile, sehr stark von individuellem Fahrstil abhängig.

Bei 1000 km und 5000 km Rohloff Öl gewechselt, nächster erfolgt bei km 10.000.

Prophylaktisch Dichtring erneuert und geschmiert, wäre wohl nicht nötig gewesen.

Wetter ist kein Thema

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Resümee: Intube Akkus sind ca. 300 g pro Akku schwerer, umständlicher aus- und einzubauen, funktional nicht sinnvoll, Optik muss jeder für sich entscheiden.

Ich würde das Rad als Touren- oder Langstrecken EMtb einschätzen. Geht mehr, als die „Tarn“ Optik vermuten lässt.

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Umgewöhnung erforderte die Rohloff und die relativ geringe Bodenfreiheit.

Hohes Tempo bergab auf Asphalt (>70 km/h) ist auch mit Packtaschen kein Problem.

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Reichweite immer über 100 km und mindestens 1500 Hm. Natürlich vom Streckenprofil und der Stufe abhängig.

Wenn man will, lässt sich das Bike relativ gut mit wenig bzw. ohne Unterstützung fahren. Natürlich nicht vergleichbar mit über 10 kg leichteren, schmal bereiften Bikes.“

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Vielen Dank OldMan54 für die Fotos und deine Motivation, vom Levo auf den Panzer SuperCharger umzusteigen. Auch wenn optisch nicht mehr ganz zeitgemäß bevorzuge ich auch die weit verbreiteten Henkelakkus. Die Entnahme geht um ein Vielfaches schneller und einfacher. Mit den zahlreichen Modifikationen hast du den SuperCharger wirklich zu einem Reise-Vehikel umgebaut – bei Pausen in den Bergen hast du sicherlich immer Fragen von Interessenten zu beantworten. Viel Freude mit diesem klasse Bike und allzeit gute Fahrt auf allen Wegen, besonders in den Bergen.

Hier gibts es weiteres echtes Biker Feedback.

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