Richerto2’s Giant Full-E+ 1.5 PRO mit Yamaha PW-X (Quick&Dirty)

Richerto hat bereits mehr als 16.000km per S-Pedelec hinter sich gebracht – und dabei eindeutig Grenzen erfahren, wo sein R&M einfach nicht die richtige Wahl war. Nun folgt sein zweiter Streich: Ein Fully – mit über 60 Jahren – GEIL!

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“ […] es macht einfach tierischen Spaß […] und es animiert auch in der kalten Jahreszeit aufs Bike zu steigen.“

Was hat mich geritten, mir mit 65 Jahren noch ein Mountainbike zu kaufen?

„Nun, ich habe mich sehr oft geärgert, wenn ich mit meinem Trekking Bike unterwegs war, und die Straße am Ende sich in einen unbefestigten Weg oder Trail verwandelte, und ich entweder umkehren mußte, oder nur mit Mühe und im Schritttempo Vorwärts kam. Also schaute ich anfang November bei meinem Händler des Vertrauens vorbei. Herausgekommen ist dabei ein Fully von Giant Full-E+ 1.5 PRO, das in Richtung Touren-Allmounten-Bike einzuordnen ist, zu einem attraktiven Winterpreis. Jetzt habe ich die ersten 1000km damit abgespult und wollte meine Erfahrungen wiedergegeben.“

 

Weitere Informationen zu den Spezifikationen findest du hier!

Ausstattung: „Das Bike ist mit einem Motor von Yamaha bestückt und nennt sich SyncDrive Pro bei Giant, entsprechend PW-X bei Yamaha. Er ist mit einem Doppelkettenblatt vorn, und hinten mit einem 10fach Ritzelpaket bestückt, das von einem XT Schaltwerk bedient wird. Die Software ist eine Eigenentwicklung von Giant, sowie der 500Wh Akku, der trotz der gleichen größe  wie Bosch ca. 800 Gramm mehr auf die Waage bringt.“

Motoren im Vergleich: „Der Motor hat ein Drehmoment von 80Nm und unterstützt in 5 Stufen bis 360%. Er ist deutlich präsenter als der Bosch Performance Motor in meinem Trekking Bike, aber trotzdem nicht störend, auch ist er sehr viel kräftiger. Die Unterstützung setzt sehr spontan ein, ist schon in der ersten Stufe (Eco 100%) sehr kräftig, aber in keinster weise ruppig sondern sehr harmonisch. Die 25kmh sind sehr schnell erreicht und der Motor koppelt sanft aus, bei ca. 26,2kmh ist Schluss. Ohne den gefürchteten Gummiband Effekt kann man aber gut weiter Beschleunigen.“

 

Komponenten-Check: „Auf weichem Untergrund besonders an steilen Steigungen in den höheren Stufen habe ich Probleme trotz der Plus Bereifung 27,5 x2,6 Zoll das Bike in Zaum zu halten. Die Reifen ‚Maxxis Rekon‘ haben meiner Meinung guten Gripp im Gelände, und auf Asphalt laufen sie recht leise.  Die Federung ist mit Fox und RockShox vorne und hinten und 140mm sehr gut aufgestellt. Die Bremsen stammen aus dem Shimano Regal und sind vorn und hinten mit 200mm Scheiben bestückt, die sehr gut verzögern, ohne zu quietschen. Als kleines Highlight ist noch eine vom Lenker aus versenkbare Sattelstütze verbaut. Alles in allem ist die Ausstattung gute Mittelklasse, aber von der Funktionalität her gibt es nichts zu beanstanden. Nach meiner ersten Ausfahrt im schmuddeligen Novemberwetter war das Bike als solches kaum wieder zu erkennen.“

Umbauten: „Ich beschloss es mit Radschützer und ein paar Umbauten etwas Alltagstauglicher zu machen. Der 78cm breite Downhill-Lenker wich einem mit 70cm, der 60mm Vorbau wurde durch einen 90mm ersetzt, sowie die runden Standardgriffe gegen Ergon-komfort-Griffe getauscht. Ebenso musste der Original Sattel einem etwas komfortableren aber sportlichem Ergon SMC4 Tourensattel weichen. Auch die Pedale ersetzte ich durch Kombi-Klickpedale von Shimano.

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Die nächste größere Ausfahrt von über 60km auf Wald-Wiesen und mit Schlaglöchern übersäten Feldwegen war schon ein freudiges Erlebnis, ich hatte immer ein Dauergrinsen im Gesicht. Kein Schlagloch war tief genug für das Bike, ich konnte fast immer an der Unterstützungsgrenze von 25kmh über die Pisten fahren, ohne das Fully und die Federung in Verlegenheit zu bringen.

Da ich aber das erste mal auf einem Mountainbike saß, kann ich die Nehmerqualitäten nicht wirklich beurteilen, aber für meine Zwecke als Touren-Mountainbike ist es mehr als ausreichend. Es fährt sich trotz des relativ hohen Gewicht von 23kg und den breiten Reifen von Maxxis sehr leichtfüßig, wendig, auf Asphalt auch über die Unterstützungsgrenze hinaus. Nur beim beschleunigen ohne Unterstützung wirkt es etwas träge.“

Funktionalität und Konnektivität: „Das LCD Display zeigt die üblichen Werte an sowie die Kadenz an, ist nicht abnehmbar und lässt sich gut ablesen, aber alles nur in Englisch. Außerdem gibt es auch eine App für Smartphone von Giant, mit der man einige Motorparameter verändern kann. Die habe ich mangels Englisch-Kenntnisse noch nicht ausprobiert.“

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„Über die Reichweite lässt sich bei dieser Witterung nicht viel sagen, nach der 60km Tour im „ECO“ Modus hatte ich noch 37% Restkapazität zur Verfügung. Das heißt in der Ebene sind dann ca. 90-100km drin.“

Inspektionen und Reparaturen: „Nach der ersten Inspektion in der Werkstatt, und meiner nach den jetzigen 1000km konnte ich keinerlei Verschleiß oder Mängel feststellen, weder an der Kette, den Reifen oder am Lack. Gefühlt ist auch der Motor etwas leiser geworden. Ich fahre wieder 2 Ketten im Wechsel die ich nach ca. 1000km tausche, damit habe ich in punkto Haltbarkeit von Kette und Ritzel früher gute Erfahrungen gemacht. Von den bisher bekannten Mängeln vom Yamaha Motor habe ich auch noch nichts bemerkt, wobei in meiner Betriebsanleitung steht, das das Lager an den Pedalarmen gewollt ein Spiel von einem Millimeter hat, das der längeren Lebensdauer dienen soll.“

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Anmerkung Pedelecmonitor: Im Vergleich zum Yamaha PW 25 zeigt der PW-X mehr Defekte bei weniger Meldern.

 

Mankos: „Das einzige negative bei dem Bike ist, das es mir nicht gelungen ist vernünftig einen Flaschenhalter unterzubringen. So ist man gezwungen immer mit Rucksack zu fahren, um was zu trinken und etwas Werkzeug mitzunehmen.“

Fazit: „Ansonsten bin ich mehr als zufrieden mit dem Bike, es macht einfach tierischen Spaß auch im flachem Norddeutschland abseits der befestigten Straßen damit zu fahren, und ich es animiert auch in der kalten Jahreszeit aufs Bike zu steigen. Durch die kleinen Änderungen ist es mehr Tourentauglich geworden, mit dem man auch größere Strecken bequem zurücklegen kann.“

Vielen Dank für deine erste Bike-Einschätzung. Für diejenigen, die diese Zeilen dann im Sommer lesen werden, es war im Dezember und Januar arschkalt und Richerto ist in zwei Monaten über 1.000km stoppelhopsend durch Wald, Feld und Flur gefahren! Allein daran kann man erkennen, dass dir das Giant unheimlich Spaß macht. Spätestens bei ersten steilen und wurzeligen Trails wirst du dann anfangen, dir ein wenig Fahrtechnik anzueignen – YouTube mit Marc Brodesser – alles auf deutsch. Ich wünsche dir allzeit gute Fahrt und stets butterweiche Landungen.

Hier gibt es weiteres echtes Biker Feedback.

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