TheEnds Serious Bear Rock CX500 29″ mit Bosch CX (10.000km+)

TheEnd: Den Pedelecmonitor-Blog verfolge ich seit 02/2017. Über diverse Bikeforen bin ich auf diesen Blog aufmerksam geworden, da ich auf der Suche nach einem Pedelec war. Vor meinem ersten E-Bike Kauf habe ich mich versucht, so gut es geht zu informieren über verschiedene Antriebsarten, Marken, Batterien, Vor- und Nachteile von Pedelecs etc., jedoch fand ich nirgendwo etwas wirklich Aussagekräftiges über die Lebensdauer von Motoren oder Batterien der E-Bikes.

Das hat mich jedoch nicht davon abgehalten es einfach mal zu versuchen. Daher habe ich mir ein Pedelec angeschafft, obwohl ich mich nicht zu 100% aufgeklärt gefühlt habe und doch teilweise unsicher war wie lange das Bike halten wird.

Motivation

Nach dem Job- und Wohnortswechsel musste ich mir überlegen, wie ich meinen täglichen Weg zur Arbeit bestreiten werde.

Ich bin zuvor viel mit der S-Bahn als auch mit dem Auto gependelt (Stuttgart und Umgebung). Leider steht man sehr oft mit dem Auto im Stau oder wartet vergeblich auf die S-Bahn. Besonders im Winter macht das Warten auf die S-Bahn keinen Spaß im Kalten.20180509_170029.jpg

Am 06.06.2016 war es soweit. Mein E-Bike von der Marke Serious mit der Modellbezeichnung „Bear Rock CX500 29“ ist per Post angekommen. Ich habe mir extra ein E-Mountainbike geholt, damit ich auch im Winter gut durchkomme aber auch damit ich die Komponenten des Fahrrads nach dem Produktlebenszyklus (Bei wirtschaftlichem Totalschaden in Folge DriveUnit- oder Batterieausfall) einfach an einen neuen Hardtail Rahmen anbringen kann, um weiter damit Spaß zu haben. Außerdem fahre ich bereits seit dem Kindesalter begeistert Mountainbikes und hauptsächlich Hardtails. Gekauft habe ich es mir über das Internet in einem Shop, was teilweise in diversen Foren kontrovers diskutiert wird. Mich hat das nicht abgeschreckt, da ich das Fahrrad montieren und einstellen kann. Auch nahezu die komplette Wartung kann ich selber durchführen. Die Laufräder zentrieren (zu zeitintensiv, da keine große Übung) oder Probleme mit dem Motor oder der Batterie sind da nicht mit einbegriffen.

Spezifikationen des Pedelecs

Die Komponenten des Fahrrads sind in folgender Tabelle aufgeführt:

Spezifikationen_Bear_Rock

Das Gewicht des E-Bikes war mir bei der Auswahl des Fahrrads relativ egal. Das wichtigste war für mich der Motor: ein Bosch Performance CX sollte es sein. Ich traf die Auswahl für diesen Motor, da die Verzahnung wohl komplett aus Metall war und nicht wie beim Active Line teilweise aus Plastik, was in diversen Erfahrungsberichten in Foren zu Brüchen dieser führte. Zusätzlich bin ich vor mehrere Monate zuvor ein Pedelec mit dem Motor gefahren. Dieser hat mich sofort überzeugt.

Im Fokus stand: Viel Fahrrad für wenig Geld!

  • gute Schaltung (Deore XT)
  • Gute Federgabel (Rock Shox Recon Silver)
  • Gute Laufräder
  • Gute Bremsen (Magura MT4)

Um das Fahrrad alltagstauglich zu machen, erwarb ich noch

  • eine Klingel (BBB Loud & Clear BBB-11 Klingel – spart sehr viel Zeit wenn viele Fußgänger unterwegs sind),
  • Licht (Red Cycling Products PRO 25 Lux Urban LED Beleuchtungsset – wiederaufladbar per USB),
  • Plattformpedale (Sixpack Menace Pedale – für guten Grip falls es doch mal in schweres Gelände geht),
  • gute Schutzbleche (Topeak Defender M1 & XC11 Schutzblech Set 29″ – falls es regnet),
  • sowie ein gutes Schloß aufgrund der erweiterten Hausratsversicherung notwendig (ABUS Bordo Combo 6100/90 ST Faltschloss).

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Diese Kombination hat sich bisher bei über 2 Jahren Nutzung bewährt. Einzig die Halterung für das Abus Schloß ist leider irgendwann mal kaputtgegangen. Durch die ganzen Stöße ist es langsam durchgescheuert . Jetzt lager ich das Schloß immer in einer Fahrradtasche, die am Oberrohr angebracht wurde.

abus_schloss_halterung.jpg

Arbeitsweg

Mein Arbeitsweg geht zu rund 50% durch den Wald (asphaltiert) und die restlichen 50% über die Straße. Für den Hinweg als auch den Rückweg benötige ich von der Haustür bis zur Arbeit im Schnitt ~ 27 Minuten.

Nachfolgend die Charakteristiken des Hin- und Rückwegs:

Der Rückweg ist tatsächlich ein wenig länger, da ich hierfür eine andere Route wähle und eine Ampelschaltung sparen kann.

Ungefähr 90% der Kilometerlaufleistung sind auf dieser Strecke angefallen. Die restlichen 10% waren längere Touren, Trails und andere Ausfahrten. Zwei längere Ausfahrten hat das Pedelec auch hinter sich gebracht von Böblingen nach Kaiserslautern und wieder zurück. Die rund 200 km einfach konnte ich mit einer Akkuladung fahren, da ich mehr als die Hälfte ohne elektronische Unterstützung gefahren bin.

Fahrverhalten

Hauptsächlich bin ich im ECO Modus gefahren (~85%). Die anderen Modi besonders Tour benutze ich nur im Sommer. um nicht zu sehr ins Schwitzen zu kommen. Ich achte darauf, dass meine Trittfrequenz meist bei 70-80 Kurbelumdrehungen pro Minute liegt. Ich schalte sehr sehr viel … sehr viel!

Gebremst wird immer mit beiden Bremsen gleichzeitig (Vorne 60% – Hinten 40%). Mit der Zeit und aufgrund der neuen Bereifung (Wechsel von Rapid Rob zu Schwalbe Smart Sam Plus) konnte ich deutlich schneller in die Kurven und daher musste ich weniger Bremsen. Die Kurvengeschwindigkeiten haben sich merklich erhöht, das Gripniveau ist deutlich gestiegen und der Verschleiß der Reifen deutlich geringer.

Gefahren bin ich wirklich bei jedem Wetter. Von +35 Grad bis hin zu -15 Grad und Glätte sowie Schnee. Besonders im Schnee macht es Spaß mit dem Pedelec aufgrund des dauerhaften und gleichmäßigen Antriebs.

Dokumentation Reparaturen / Ausfälle / Sonstiges

Alle Reparaturen, Ausfälle oder sonstige Hinweise halte ich in einer eigenen Excel Tabelle fest. Im Folgenden werden die nennenswerten Reparaturen und Probleme erwähnt.

Km 700 07.08.2016 – Vorderradbremse – Die ersten Kilometer verliefen problemlos. Alles lief einwandfrei. Einziges Manko war die nicht richtig eingestellte Vorderradbremse, die beim starken Bremsen insbesondere in Kurven die Speichen sanft berührte und Geräusche erzeugte. Das kam mir ebenso von meinen alten Mountainbikes bekannt vor, jedoch lies ich es fachgerecht bei meinem ausgewählten Bikeshop einstellen sowie gleich die Speichen nachziehen.

Km 2030 – 15.12.2016 – Hinterrad Platten – Zudem ist aufgefallen, dass der Reifen stark an Profil abgenommen hat. Das Antriebsrad wurde wenig geschont und ich bin immer relativ schnell angefahren. Um keine Probleme mit Plattfüßen zu bekommen bin ich von Rapid Rob zu Smart Sam gewechselt. Ich konnte außerdem feststellen, dass ich deutlich mehr Grip mit dem neuen Reifen habe und mich allgemein viel sicherer in Kurven gefühlt habe.

Km 2430 – 01.02.2017 – Bremshebel hinten + Bremsbeläge – Der Magura MT4 Bremshebel für die Hinterradbremse ist undicht geworden, wohl durch einen Riss konnte keinen Druck mehr aufbauen. Bremsen konnte ich nicht mehr damit. Nachdem ich den Hebel auf Garantie eingeschickt habe, erhielt ich einen neuen und lies diesen bei meinem Bikeshop meiner Wahl wieder einbauen und einstellen. Ich bin rund 7 Tage ohne Hinterradbremse gefahren. Dadurch musste ich in manchen Kurven die Geschwindigkeit etwas rausnehmen, da mir die Sicherheit der zweiten Bremse gefehlt hat. Leider wurden die Bremsbeläge meiner Meinung nach zu früh mitgewechselt. Da wären sicher noch ~2000km drin gewesen.

Km 2470 – 04.02.2017 – Elektronik Aufgrund der Witterung und dem ganzen Salzwasser auf der Straße gelang außerordentlich viel Wasser auch auf meinen Akku und die Akkuauflage. Durch eine kleine Lücke zwischen der Akkubefestigung und dem Akku selber konnte Salzwasser an die Kontakte gelangen, was sich durch einen kurzen Neustart der Elektronik bemerkbar machte. Um dies in Zukunft zu verhindern, habe ich die Kontakte mit Polfett geschmiert als auch ein Mudschutz am Unterrohr- sowie Hinterrohr (siehe Bild) des Rahmens angebracht. Danach trat dieses Problem nie wieder auf und kein von den Reifen aufgewirbeltes Wasser fand den Weg auf den Akku oder die Akkuablage.

Mudschutz_Akku

Km 2530 – 05.02.2017 – Kettentausch – Um die Lebensdauer der Antriebskomponenten zu erhöhen (Ritzel, Kassette), beschloss ich die KMC-X10 Kette zu tauschen. Die Kette wurde durch eine gleichwertige KMC-X10 getauscht. Die alte Kette wurde gereinigt und geölt mit dem Ziel, diese später wieder zu nutzen um einen gleichmäßigen Verschleiß der Zahnräder zu ermöglichen. Die Kette musste ungefähr 50km eingefahren werden, damit diese sich nicht mehr sporadisch am Ritzel aufhängt.

Km 2710 – 16.02.2017 – Hinterrad Platten – Nach nur 680km habe ich doch tatsächlich einen Platten im „unplattbaren“ Hinterreifen (Smart Sam Plus). Die Lauffläche war in Ordnung. Es lag an einem langen Stück Draht, dass sich seitlich in die Flanke gebohrt hat. Da kann der Reifen definitiv nichts dafür.

Km 4508 – 13.06.2017 – Hinterrad Achter

In langsamem Tempo wollte ich auf einen Boardstein seitlich auffahren. Vorderrad gelupft, mit dem Hinterrad an dem hohen Boardstein „gegrindet“. Resultat war ein ziemlich starker Achter. Mein Bikeshop meiner Wahl hat den Achter zentrieren können und gleichzeitig am Vorderrad die Speichen nachziehen lassen.

Km 4747 – 13.06.2017 – Bremsbeläge vorn – Geplanter Wechsel gegen die „Black Dingo BD-55“ Beläge, die ordentliche Bremswirkung auch bei Nässe besitzen. Zum Trails fahren sind sie nicht unbedingt geeignet, da sie überhitzen können. Für meinen Arbeitsweg mehr als ausreichend.

Km 6071 – 14.10.2017 – Kettentausch – Geplanter Kettentausch durch die erste Originalkette. Alte Kette wieder gesäubert und eingelagert. Wieder musste ich ungefähr 50km die Kette einfahren. Am Ritzel hat sie sich jedoch kaum hochgezogen.

Km 7500 – 06.01.2018 – Batteriehalterung – Die Batteriehalterung funktionierte nicht mehr richtig und die Batterie klapperte. Ich habe versucht diese fester zu verschrauben, hat aber leider nicht viel gebracht. Die Lösung war ein zugeschnittener Gummiteppich, welchen ich am Unterrohr befestigt habe (siehe Bild). Dadurch wackelt die Batterie nicht mehr und macht keine Klappergeräusche.

gummimatte_akkuauflage.jpg

Km 7639 – 19.01.2018 – Bremsbeläge hinten – Geplanter Wechsel gegen „No name“ Beläge von Ebay. Sind gut, Bremswirkung passt, Quietschen bei Nässe etwas. Deutlich billiger als die Magura Bremsbeläge.

Km 8530 – 10.03.2018 – Kettentausch – Kette wieder durchgetauscht mit der eingelagerten. Bisher läuft alles rund und die Kette hat sich nicht am Ritzel hochgezogen.

Km 9017 – 08.04.2017 – Hinterrad Platten – Nach einer Trailausfahrt war am nächsten Tag der Luftdruck im Hinterrad fast nicht mehr vorhanden. Nach Überprüfung war zu sehen, dass das Felgenband an einem Felgenloch „durchgestanzt“ war.  Ist höchstwahrscheinlich durch die Trailausfahrt passiert. Ein bisschen Panzertape und den Schlauch geflickt, danach gings weiter. Da die Kette bei den Trailausfahrten mehrmals rausgesprungen ist, habe ich eine DIY Kettenführung gebastelt nach der folgenden Anleitung:

Danach ist die Kette nie wieder rausgesprungen.

Km 10000 – 09.05.2018 – OLEEE – Nach 23 Monaten die 10.000 km erreicht. Bis auf Kleinigkeiten keine größeren Probleme gehabt. Motor läuft und die Batterie zeigt noch keine Schwächen.

Km 10016 – 10.05.2018 – Bremsbeläge vorn – Geplanter Tausch gegen „No Name“ Bremsbeläge, die ich noch rumliegen hatte. Bremswirkung ist in Ordnung. Jedoch werde ich das nächste Mal die „Black Dingo BD-55“ einbauen, welche vom Preis her unmerklich teurer sind.

Km 10360 – 02.06.2018 – Seilzug Schaltung – Die Schaltung hat nicht mehr einwandfrei geschaltet. Nach einer Sichtprüfung war zu sehen, die Gangschaltung „hing“ nur noch am seidenen Faden. Seilzug kurzerhand getauscht. Hat ungefähr 10 min gedauert.

Km xyc – xx.xx.xxx – wird laufend aktualisiert in Zukunft

Lebensdauer der Komponenten

Keine großen Probleme bisher. Wird in Zukunft aktualisiert falls etwas vorfallen wird.

Lebensdauer_Komponenten_Bear_Rock

Kosten

Im Folgenden werden kurz die Kosten für das E-Bike zusammengefasst.

Kosten_Bear_Rock

Für die Kosten / km wurden alle Kosten durch die Km-Anzahl dividiert.

Bei der Wertverlustrechnung wurde von 20% Wertverlust pro Jahr ausgegangen.

Reparaturkosten entstanden nur durch das Zentrieren der Laufräder. Alle anderen Reparaturen habe ich selbst durchgeführt.

Wenn der realistischste Wert (mit Wertverlust) betrachtet wird, sind 10 Cent pro km auf jeden Fall sehr günstig. Zusätzlich stehe ich nie im Stau, keine Parkplatzsuche und es macht einfach Spaß!

Pflege

Nur bei wirklich schmutzigen Ausfahrten wurde das Pedelec danach mit Wasser abgespritzt. Sonst habe ich kein Waschmittel benutzt. Besonders im Winter wurde es öfter vom ganzen Salz befreit. Die Kette wurde nicht extra sauber gemacht, außer bei sehr starken Verschmutzungen, und alle 750 km geölt. Die Batterie wurde fast ausschließlich bei einem Akkustand zwischen 1-2 Balken geladen (~20-40%) bis hin zu 4-5 Balken (~80-95%). Geladen habe ich die Batterie mit einer Zeitschaltuhr. Die Kontakte der Batterie werden außerdem regelmäßig vor dem Winter mit Polfett geschmiert. Zusätzlich entnehme ich jedes mal die Batterie, wenn ich bei der Arbeit ankomme. Wir haben nur einen Stellplatz (zum Glück überdacht – Schutz vor Regen), der nicht vor äußeren Umwelteinwirkungen schützt (Sonne, Temperatur, etc.). Ich denke das hilft deutlich der Batterielebensdauer.

Fazit

Bisher bin ich mit dem Fahrrad vollkommen zufrieden. Ich würde es mir definitiv nochmals kaufen. Aber dann mit integriertem Akku, weil es nochmals schöner aussieht.

Das beste ist wirklich das Gefühl vor oder nach der Arbeit, wenn man mit dem Pedelec fahren kann. Es macht wirklich soviel Spaß. Besonders die Strecke macht sehr viel Spaß.

Lange Ausfahrten ebenso, man kommt schnell an Orte an die man sonst wohl nie sehen würde.

Vom Fahrgefühl bin ich stets zufrieden gewesen. Klar für Trails ist es auf jeden Fall zu schwer und vom Handling her knifflig zu fahren. Für den Alltag reicht es aber vollkommen aus und Schneefahrten machen sehr sehr viel Spaß!

Das einzige Manko: die vormontierten Schwalbe Rapid Rob Reifen sind eher schlecht als recht für ein E-Mountainbike. Der Wechsel auf Smart Sam Plus Reifen war definitiv die richtige Wahl.

Da ich immer Angst vor einem hohen Verschleiß und dadurch hohe Kosten hatte, wurde ich positiv überrascht. Besonders ein Kettenwechsel lohnt sich durchaus, die Kassette und Ritzel sind nach fast 11000 km noch voll intakt. Wenn ich persönlich meine Kosten-Nutzen Kalkulation durchrechne, hat sich das Pedelec auf jeden Fall gelohnt! Es macht verdammt viel Spaß und zum Glück hatte ich bisher keine größeren Probleme!

Vielen Dank TheEnd für diesen Erfahrungsbericht. Ich habe bei deiner Tour nach Kaiserslautern echt mitgefiebert – eine Akkuladung auf 200km im Sommer – starke Leistung! Durch deine eigenständigen Reparaturen und Wechsel von Verschleißteilen kommst du bei den Kosten pro Kilometer wirklich weit runter – da kann kein anderes motorbetriebenes Verkehrsmittel mithalten! Toller Erfahrungsbericht, es wird mal wieder Zeit für ein Wrap im POKKEZ! Allzeit gute Fahrt und bis bald.

Weitere Erfahrungsberichte – Echtes Biker Feedback!

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