Laikus‘ Univega Geo E 2.0 mit Bosch Performance (10.000km+)

Laikus ist seit Anfang 2018 Melder im Pedelecmonitor. Seine regelmäßigen Kilometer-Updates sind dabei wie digitale Postkarten: „Grüße von der Elbe, vom Lechsee, von der Mosel … und neue Bremsklötze“. Nach nun 20 Monaten Einsatz fällt die 10.000km Marke.

„[…] Allgäu, Pfalz, Eifel, Elsass, Schwarzwald, Oberbayern, Luxemburg etc. pp. Meine Frau wollte nicht mehr ohne Unterstützung, also zog ich mit.“

Sollte ich mal viel zuviel Zeit haben, dann werde ich wie Laikus auch die Wasserstraßen und Seen Deutschlands bereisen. Immer wenn ich per Googlemaps schaue, wo er sich (und auch andere Melder) mal wieder rumtreibt, packt mich das Fernweh ganz gewaltig. Der nächste anstehende Windelwechsel bringt mich derzeit aber schnell zurück ins hier und jetzt.

Laikus fährt zwar viel im ECO-Modus, doch das Bike wird trotzdem ordentlich durchgeschüttelt. Hier seine Erfahrungen der letzten 10.000km:

„So kam ich zum E-bike: Nach 24 Jahren und ca. 46.000 km mit meinem Wheeler Bio-Trekker hat sich mein Fahrprofil geändert. In der topfebenen Oberrheinebene beheimatet war mir der muskelgetriebene Öko-Esel eigentlich genug. Allerdings sind meine Frau und ich sehr viel mit dem Wohnmobil unterwegs, sodaß eben doch mehr und mehr bergige bzw. hügelige Strecken unter die Pneus kamen. Allgäu, Pfalz, Eifel, Elsass, Schwarzwald, Oberbayern, Luxemburg etc. pp. Meine Frau wollte nicht mehr ohne Unterstützung, also zog ich mit. Dennoch sind wir beide keine klassischen Bergfahrer.

Es wurden ein Pegasus Solero E 9 für sie und ein Univega GEO 2.0 (Modell 2016), Rahmenhöhe 50 cm für mich. Beide vom Dealer übernommen am 13.3.2017.

Darum Univega: Eine absolute Zufallswahl! Vorabinformationen in den einschlägigen Foren wiesen mich zu den allseits bekannten Platzhirschen. Univega ist dagegen ja eher underdog, eine graue Maus, was mich aber eher reizte als störte.
Grundbedingung für beide Räder war, daß sie mit wenigen Handgriffen in der Garage des Wohnmobils zu verstauen sein mussten. Heckträger habe und will ich nicht, die Räder sollen verschlossen und trocken transportiert werden. Hier hatten wir Glück, im Chef unseres Fachgeschäftes einen geduldigen und verständigen Berater zu finden.
Vom Händler bis nach Hause sind es gut 13 km, also eine erste Teststrecke, die zufriedenstellend verlief.

Heute, 20 Monate und 10.000 km später, kann ich sagen: „Gute Wahl getroffen.“

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Univega verwendet manche Komponenten, die in sog. Fachkreisen vielleicht mit Stirnrunzeln betrachtet werden. Ich erwarte aber von einer Bremse, daß sie bremst. Das tut die Tektro Auriga, sicher und ohne übermäßigen Verschleiß, auch wenn es mal in den Vogesen bergab geht. Und die Schaltung soll schalten, ohne Knirschen, Ratschen oder Ruckeln. Das tut auch die Shimano Deore.
Das sind 2 Beispiele mit denen ich sagen will, ja, es mag Produkte geben, die für manche Fahrer/innen Vorteile bieten (und das Gerät auch entsprechend verteuern). Für mich als Alltagsbiker sind sie entbehrlich. Und auch die Conceptteile tun alles, was sie tun sollen.

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Das habe ich nachgerüstet: Erstaunlich wenig. Eine Sattelstütze Suntour NCX SP 12, und einen Schmutzfänger am vorderen Schutzblech. Einklappbare Pedale für den Transport im Wohnmobil. Eine einseitige Gepäcktasche für das übliche Gerödel.

Das gefällt mir an dem Bike:

  • Es klappert nix, auch wenn mein Streckenprofil vermutlich mehr unbefestigtes Gelände aufweist als bei manchem MTB (zumindest, was Fahrer meiner Altersklasse Ü60 angeht).
  • Die einzylindrische Federgabel, bei Univega heißt sie Centershock.
  • Die Schutzbleche, die tatsächlich aus stabilem Blech und verwindungsfest montiert sind. Im Gegensatz zu den Kuhschwanz-Plastikteilen des Pegasus.
  • Das moderate Gewicht von 23,1 kg, inkl. Akku, ohne Satteltasche. Mit mir im Sattel sind dann rund 100 kg unterwegs.
  • Die matt-anthrazitgraue Lackierung ist zwar schmutzempfindlich, aber chic. Und sehr robust, auch am oberen Holm, wo man das Rad gelegentlich anlehnt.

    Das gefällt mir weniger am Univega:

    • Trotz des vorderen Schmutzfängers (s.o.) saut er sich das Motorgehäuse bei Matschfahrten gnadenlos zu, auch schon bei gemäßigtem Tempo im Regen. Dabei macht die Unterseite des Boschgehäuses keinen so vertrauensvollen Eindruck, auch wenn ich hier noch keine (auf Holz klopf) Probleme hatte.

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    Das sind die Wartungen und Reparaturen:

    • 04.09.2017 1 neuer Schlauch hinten (Plattfuß) km 3332 / € 25,90
    • 23.10.2017 Inspektion, neue Kette, neuer Hinterreifen Conti km 4130 / € 130,90
    • 27.03.2018 2 neue Reifen Schwalbe Marathon km 5259 / € 85,90
    • 05.06.2018 Inspektion, neue Bremsbeläge vo/hi km 6700 / € 77,99

    Man sieht daraus, ich bin kein Schrauber. Könnte sicher manches selbst machen, aber ehrlich, dazu habe ich keine Lust mehr.
    Bei der letzten Inspektion an 5.6. sagte der Monteur, die Kette würde vermutlich bei 8.000 km fällig werden. Das lasse ich demnächst mal checken.
    Der rechte Handgriff (Concept) beginnt mit ersten Auflösungserscheinungen, der Gummi rubbelt sich etwas ab. Das geht noch, aber irgendwann ist er fällig.

    So ist mein Streckenprofil:

    Grob überschlagen fahre ich 65 % befestigte Wege (Asphalt, Beton), 20 % Wald- und Deichwege (Deich, weil hier am Oberrhein viele Radwege über die Flussdämme führen), 15 % querfeldein und Rüttelpisten. Mein Wochenschnitt liegt so bei 100 km, vermutlich etwas darüber, bezogen auf’s ganze Jahr. Zu 90 % fahre ich im Eco-Modus in den Gängen 4 – 6.
    Die Reichweiten liegen durchweg > 120 km, wobei

    • der erste Strich ca. 30 km
    • der zweite ca. 28 km
    • der dritte wieder um 30 km
    • der vierte um 25 km und
    • der letzte etwa 18 km ergeben.

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    Ich führe zum Spaß hier eine genaue Statistik, wann ich lade, wieviel Restanzeige dann noch auf dem Display ist, in welcher Gegend ich unterwegs war.
    Einen Leistungsabfall des 500 Wh Akkus kann ich noch nicht feststellen.“

    Danke Laikus für deinen Erfahrungsbericht und die tollen Fotos mit beeindruckender Kulisse. Das Univega ist wirklich ein Exot, ich habe bisher kein anderes gesehen. Ich hoffe, wir beide treffen uns in 2019 mal persönlich. Bis dahin wünsche ich deiner Frau und dir allzeit gute Fahrt!

    Weitere Erfahrungsberichte – Echtes Biker Feedback!

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