IngoLogans Cube Reaction SL mit Bosch CX (Quick&Dirty)

Ein Sommer, ein Herbst, ein Winter – macht 6.700km mit allen Wetterlagen. IngoLogan (#195) setzt den Fokus klar auf das Pendeln und den Kindertransport – bei freier Zeit gehts auch gern mal durch Wald und Weinberge. Doch Feuchtigkeit, Temperatur und Belastung hintlassen Spuren im Material.

„Die bittere Erkenntnis, dass Gabelpflege unumgänglich ist, lernte ich erst durch eine völlig unnötige 90 Euro-Rechnung.“

Cube und die Liefertermine. Das klappte 2017 nicht, 2018 ist das ebenso der Fall und 2019? Hach da glaubt doch keiner dran! Um so erfreulicher wenn man das Bike dann mit 6 monatiger Verspätung endlich in Besitz nehmen darf.

Ich verheimliche nicht, dass ich das Bike nur äußerst wenig putze – meist nur, wenn es mal ins Auto muss. Du wirst hier also keine Hochglanz Prospektfotos finden. Ansonsten wird es gewartet und repariert – ach ja, und gefahren!

Warum dieses Cube? „Es muss ein Hardtail sein! Auf einem Tourer fühle ich mich nicht wohl, nicht sicher, nicht angekommen. Ein Fully passt meist besser oder gar perfekt, doch geht es derzeit voll an meinem Leben vorbei – kein Kinderanhänger möglich, kein Kindersitz und der Unterhalt kostet einfach eine Stange Geld – von der Anschaffung mal ganz zu schweigen.“

Hier findest du weitere Infos und Spezifikationen der 2017er Bikes.

„Das Hardtail kann schlammige Wege, matschige Wiesen, buckelige Wurzelwaldpisten und mit Spikes alle rutschigen Wege meistern, wo kein anderes Fahrzeug langkommt. Die optisch gelungene Akku-Integration war dabei der Auslöser für den Kauf – so hat man was fürs Auge und noch lange Freude an seinem Bike. Die (Henkel-)Akkus sind auch dermaßen weit verbreitet, dass einem durchaus mal in einer Notsituation ausgeholfen werden kann.“

Motor: „Der Bosch CX schafft was! Mit 3 Kindern und Anhänger im Gepäck bin ich zwar an der Grenze, doch wir kommen die 15% Steigung vor der Tür mit moderatem Krafteinsatz hoch – WOW! Was der Motor so gar nicht mag, ist Dreck hinter der Seitenabdeckung, der Dreck ist nass? Noch schlimmer! Also alle 2 Monate Kurbel, Ritzel und Seitendeckel abnehmen und putzen. So kann man gleichermaßen dem Dreckeintrag ins rechte Seitenlager vorbeugen und hat noch lange Freude am Bike.“

Akku: „Mit der Anfang 2017er Software war im Sommer problemlos die doppelte tägliche Pendelstrecke möglich – doch dann kam der EMTB-Modus. Macht der Gaudi! Seitdem sind nach einem Tag 60-80% Akku-Kapazität verbraten – doch der Tour-Modus macht einfach deutlich weniger Spaß! Im Winter sinkt die Reichweite um ca. 10%. Ansonsten gibt es derzeit nichts zu meckern.“

Schaltung, Kette, Kassette:Die 11-fach XT Kassette mit M8000 XT-Schaltwerk arbeitet hochpräzise. Die Schaltvorgänge sind in kürzester Zeit abgearbeitet und der richtige Gang sitzt. Dafür fordert die Kette regelmäßige Schmierung und die Kassette regelmäßige Reinigung – das muss leider sein. Dafür halten die Ketten dann 2.500-3.500km und die Kassette bis zu über 6.000km. Dabei wurde die Kette nur nach Gehör gepflegt, erst wenn es rasselte und quietschte, wurde ich tätig. Es gibt also noch Luft nach oben.“

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Bremsen: „Leidiges Thema Bremsen! Das 2018er Reaction gibt es in drei Ausstattungs-Varianten. BR-M315 / BR-M615 und BR-M8000. Die M315er hatte ich bereits im ersten Hardtail – ein absolutes NoGo! Die Shimano BR-M615 in Verbindung mit G01S Resin-Belägen erreichen immerhin eine akzeptable Lebensdauer von ca. 20.000 Höhenmetern Bremsleistung. Doch die BR-M8000 sind einfach viel bissiger und im Anhängerbetrieb und bei schnellen Abfahrten unverzichtbar – das Cube Reaction SLT hätte diese Ausstattung gehabt.

Nach über 20.000km Pedelec-Einsatz sehe ich die Bremsanlage mittlerweile als meine Lebensversicherung – am nächsten Bike wird daran nicht mehr gespart!“

Purion: „Ich liebe das Purion. Es kann nicht abfallen und nicht geklaut werden. Es hält Wind und Wetter stand. Nur diese dämlichen kleinen Knopfzellen 2xCR2016 können einem den Spaß verderben, wenn die leer sind. Ganz getreu dem Motto – weniger ist mehr – bin ich klarer Verfechter des puristischen Purions, außerdem ist der Ersatz nicht so teuer.“

Rahmen und Gabel: „Der 23 Zoll Rahmen ist für Touren ausgelegt, damit muss der Sattel nicht allzu hoch und das Sattelrohr wird belastungsmäßig geschont. Der Rahmen ist steif, die Gabel schluckt Stöße – es kommt bei weitem nicht an ein Fully, doch nach kurzer Zeit fühlte ich mich in schnellen Kurven auch auf dem Hardtail sicher. Das ging im Sommer und im Herbst! Schlagartig verweigerte die Gabel die ordnungsgemäße Funktion und die Stöße schlugen ab Dezember direkt auf die Handgelenke – Mist, was ist da los? In der warmen Garage ging alles noch doch nach 20 Minuten unter 5 Grad war die Gabel fest.

Im Februar gab es die große (und echt teure) Inspektion mit einem Gabel-Service. Heraus kam, dass die Ölabstreifringe furztrocken waren. Der matschige und verregnete Herbst-Einsatz in Verbindung mit der wenigen … räusper .. gar keiner Gabelpflege führten zu einem Schmutzeintrag und zu einer Austrocknung. Glück im Unglück – die Holme überstanden den Einsatz weitgehend schadfrei. 3 Stunden und 90 Euro später macht das Fahren wieder Freude – was für ein riesen Unterschied!“

Dies & Das: „Das Bike besitzt vorn und hinten Schnellspanner und ermöglicht eine schnelle (De-)Montage z.Bsp. für die Mitnahme im Fahrzeug. Die Anhängerkupplung vom Croozer Doppelkinderanhänger konnte so sehr einfach und schnell installiert werden.

Der Akku kann geladen werden, auch wenn er noch im Bike verbaut ist. Dazu muss so eine kleine Gummikappe geöffnet werden, hinter das Gegenstück zum Ladestecker verbirgt. Solange die Kappe am Rahmen ist, ist alles gut, doch wehe sie fällt einmal ab, dann passiert das immer und immer wieder. Nicht tragisch doch auf Dauer nervig.

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Eine AirZound ist laut – doch man muss stetig für ausreichend Luftdruck sorgen. Deshalb fiel die Entscheidung auf die Basil Bell. Die Klanglautstärke ist gut dosierbar und wenn es sein muss, macht sie richtig Krach. Bei der Montage auf der rechten Seite muss sie per Zeigefinger bedient werden – ein wirklicher Nachteil.

Für den Einsatz mit Anhänger ist ein stabiler Ständer unverzichtbar. Daher habe ich den originalen Cube Ständer nachgerüstet.

Die Pedalen sehen nach einem halben Jahr einfach nicht mehr schön aus – ist das bei dir auch so?

Im späten Sommer 2017 kam noch die über den Akku betriebene Beleuchtung ran – vorn eine BuM EYC und hinten die SuperNova E3 – ich muss mich seitdem nicht mehr um das Nachladen von Beleuchtungsakkus kümmern – ein echter Segen!

Für die Großen ist noch ein Klappsitz von BoBike dran. Bei Bedarf einfach aufklappen. Der große Nachteil – er klappert unglaublich laut und wiegt stolze 7kg. Dafür darf er mit 32kg beladen werden.

Im Dezember 2017 wurden die Spikes aufgezogen. Da bei blockierendem Hinterrad die kleinen Spikes sehr in Mitleidenschaft gezogen werden, gingen ab dann 95% Bremsleistung über die Vorderbremse. Die hinteren Bremsbeläge hielten 1.000km länger als sonst. Nach 1.300km Spikes-Einsatz mussten über 150 PINS neu eingesetzt werden – vorn waren es 15, hinten ca. 140.“

Bosch Diagnose vom 1. März 2018:

Seitdem Update vom Sport- auf den EMTB-Modus wird auch fast nur noch dieser genutzt.

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Fazit: „Das Bike entspricht voll den Erwartungen. Im Vergleich zu anderen Herstellern lag Cube bei gleicher Ausstattung stets 200-400 Euro unter dem Preis von KTM, Ghost oder Haibike. Neben der gelungenen Akku-Integration war der Preis ausschlaggebend für den Kauf. Die bittere Erkenntnis, dass Gabelpflege unumgänglich ist, lernte ich durch eine unnötige 90 Euro-Rechnung. Die für meine Anwendung unzureichenden Shimano-Bremsen sind der einzige Kritikpunkt, doch der Sprung zur SLT-Ausstattung war 2017 einfach zu kostspielig.“

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Die grauen Bereiche sind die Zeiten, in denen das Bike auf Spikes lief.

Ich wünsche allen Bikern der 2017er und 2018er Versionen viel Freude mit den Cube Reactions und allzeit gute Fahrt!

Alle Kilometerstände der Bosch Motoren

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3 Gedanken zu “IngoLogans Cube Reaction SL mit Bosch CX (Quick&Dirty)

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