Dilledopps YouMo One X500 mit GoSwiss Drive (Quick&Dirty)

Dilledopp ist kein Melder im Pedelecmonitor, wie schade, doch er besitzt reichlich KnowHow, dass er gern im Pedelecforum und in Facebook-Gruppen teilt. So auch seine 12-monatigen Erfahrungen mit seinem 2017er YouMo One X500 S-Pedelec.

„Das Bike zieht die Blicke aller Radfahrer, Passanten und Polizisten auf sich.“

Dilledopp besitzt ein sehr großes Repertoire an Erfahrungen unterschiedlichster Antriebssysteme, dazu zählen unter anderem:

  • Impulse2.0
  • Yamaha PW
  • ImpulseEVO
  • GoSwiss Drive
  • Klever Biactron von TDCM
  • Yamaha PW Pro und
  • ein 26V Panasonic in einem Raleigh Dover

„Der Pana(sonic) ist zwar nicht der stärkste Motor, aber wahrscheinlich der unproblematischste Motor der je für Pedelec`s gebaut wurde.

Ein Bike mit Boschmotor hatte ich noch nicht, weil mir irgendwie der Motor mit seiner 2,5 Untersetzung und dem kleinen Kettenblättchen nicht gefällt.
Einen schwachen Brose mit Appeinstellungsfirlefanz will ich ich auch nicht.“

Aus dem Mailverkehr mit Dilledopp entnehme ich, dass er dabei nicht zimperlich mit dem Material umgeht – frei nach dem Motto: Wenn der Motor die Leistung hat, dann nutze ich sie auch! und im Originalton „Und weil auch […] Männer mal gerne im Dreck spielen, ist da noch ein Giant Dirt E+2 mit problemlosen 2.000 Yamaha Kilometern.“

Hier nun die Eindrücke von Dilledopps außergewöhnlichem YouMo One X500.

Das Bike wurde am 29. Dezember 2016 als verspätetes Weihnachtsgeschenk an meinen Händler in Köln, […] wo die S-Pedelec Version X500 für den deutschen Markt montiert und TÜV abgenommen werden, ausgeliefert. […] Nach nun mehr als 800 Km und 5 Monaten Einsatz ein erstes Fazit:

Das Bike zieht die Blicke aller Radfahrer, Passanten und Polizisten auf sich. Fragende Gesichter und sich schnell entwickelnde Gespräche sind die Folge. […]

Weitere Infos zu den Spezifikationen findest du hier.

Das YouMo One X500 wurde in der Kategorie „Tour“ im ExtraEnergy Yearbook 2017 mit SEHR GUT bewertet – Link.

Motor: Der 500W GoSwiss-Drive zieht kräftig durch, wird an langen Steigungen nur handwarm und hat bisher noch nicht wegen Überhitzung die Leistung reduziert.
Um die Endgeschwindigkeit von 45 Km/h zu erreichen, muss ich, bedingt durch die aufrechte Sitzhaltung und mein Systemgewicht von ca. 140Kg schon etwas kräftiger in die Pedale langen.

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Akku und Reichweite: Dank de EVO-Display`s und der GoSwiss-App, lassen sich bei allen fünf Unterstützungsstufen die Stromstufen Einstellungen von 0 bis 20 A anpassen. Da ich weniger der sportive, sondern eher der Genussbiker bin, hat sich mein Stromverbrauch im Durchschnitt bei 12Wh/Km eingependelt. So komme ich auf eine Reichweite von ca. 45 Km mit einer „Tankfüllung“, mal mehr, mal weniger, bei recht flotter Fahrweise. Mit dem zweiten Akku am Bike führe ich 1,1 KW/h mit mir und die sind für mehr als 80 Km immer ausreichend. Die so oft hochgelobte Rekuperation ist eher was um sie Bremsbeläge bei Schussfahrt etwas zu schonen und weniger um den Akku aufzupumpen. Bei GoSwiss liegt die Generatorleistung bei ca. 45W pro 10 Km/h Geschwindigkeit und bringt nicht viel wie ich feststellen konnte.

Fahrverhalten: Meine bisherige Höchstgeschwindigkeit auf einer Gefällestrecke von 65 Km/h, steckten Rahmen und Fahrwerk klaglos weg, ohne irgendwelche Anzeichen von Instabilität oder flattern zu erzeugen.

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Bremsen: Die Magura Bremsen MT4 verzögern dabei die Fuhre besser als erwartet. War ich doch vorher von den Magura MT5 an meinem Kalkhoff Integrale verwöhnt, zeigen die MT4 bisher keinerlei Schwächen.

Schaltung: Der Kettenantrieb und die Schaltung, die aus einer SRAM X9, 10 Fach und SRAM Kurbelgarnitur bestehen, schaltet absolut perfekt, sauber und präzise, da gibt es keinerlei Beanstandungen und bewegt sich auf mindestens Shimano XT Niveau.

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Beleuchtung: Etwas gewöhnungsbedürftig waren die ersten Fahrten bei Dunkelheit. Da der 70 Lux starke und mit Tagfahrlicht ausgestattete Scheinwerfer[…] rahmenfest verbaut ist und nicht an Lenker oder Gabelkrone, geht der Lichtkegel nicht mit der Lenkbewegung, sondern erst mit dem Rahmen in die gewünschte Fahrtrichtung, also wie bei Motorrädern.

Weitere Komponenten:

  • Der auch optional erhältliche Pletscher Gepäckträger verdient seinen Namen und macht einen soliden, stabilen Eindruck.
  • Die Für 190.- € optional erhältliche Airwings-Federgabel ist noch stark verbesserungswürdig. Ja, sie federt, aber auch genau so schnell wie sie einfedert auch wieder zurück, je nach Bodenwelle mit einem harten Schlag, von Dämpfung also keine Spur.
  • Die Bereifung, INNOVA 24 x 3, mach auf Asphalt ein seltsam schmatzendes Geräusch, an das ich mich aber inzwischen gewöhnt habe

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Einen Service der besonderen Art durfte ich vom Inhaber und Gründer der Youmo AG, Knut Späte erfahren, der auf der Durchreise nach Dortmund bei mir Station machte um ein Sofwareupdate auf meinen Motor zu bügeln.

Dafür nochmal ein herzliches Dankeschön an Knut. Quelle

Weiterer Service: 2.000km sind inzwischen drauf – ja, meine „Lokomotive“ hat auch ein Update von Knut Späte (YouMo) erhalten. Mitte Juli erhielt ich ein großes Paket mit einem kompletten Laufrad in dem ein etwas „anders gewickelter“ GoSwiss Motor eingespeicht war.

Nach Einbau und ersten Testfahrten gab es jedoch noch keinen großen Grund zum Jubeln.
Was mir aber sofort auffiel, das der Motor nicht schon wie der bisherige, die Leistung ab 37 Km/h reduzierte, sondern erst bei 46 Km/h den Hahn zudrehte.

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Richtig Grund zum Jubeln kam aber erst auf, nachdem wir ein Softwareupdate installiert haben. So wurde einige Fahrparameter so verändert, dass jetzt mit erheblich weniger Eigenleistung dauerhaft hohe Geschwindigkeiten gefahren werden können, was mir persönlich besonders gut passt. Der neue Speedmotor hat aufgrund der anderen Wicklung eine für mich sehr entgegenkommende Leistungscharakteristik als der bisherige.

Dieser Motor wird nun schon seit einigen Monaten serienmäßig in die YouMo Speedmodelle eingebaut. Einen nennenswert höheren Stromverbrauch oder geringeres Drehmoment am Berg konnte ich nicht feststellen. Anmerken möchte ich noch, das der „alte“ Motor KEINE Defekte oder sonstige Schwächen aufwies und deshalb ersetzt werden musste.

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Die hintere Magura Bremse nervte durch markdurchdringendes quietschen, welches ich aber ich mit Sinterbelägen auf ein erträgliches Maß reduzieren konnte.

Ansonsten gibt es außer, das dieses Bike einen kaum zu überbietenden Fahrspaß bietet und wie ich glaube auch für Pendler, die mühelos und entspannt ans Ziel kommen wollen, durchaus geeignet ist, nicht viel mehr zu berichten. Quelle

Ich habe mich bereits oft gefragt, warum du im Pedelecforum zu so vielen Motor-Thematiken deinen Senf dazugeben kannt, nun da ich jetzt einen großen Teil deines vergangenen und bestehenden Fuhrparks kenne, wird mir einiges klarer!

Vielen Dank, dass ich deinen Erfahrungsbericht und die Fotos veröffentlichen durfte. Ich wünsche dir weiterhin viele unfallfreie Kilometer mit den bestehenden und mit allen noch kommenden Bikes – allzeit gute Fahrt!

Alle Kilometerstände der GoSwiss Drive Motoren

Weitere Erfahrungsberichte (Quick&Dirty und 10.000km+):
Eigenbau Fully
(2014) mit Puma/MAC
Wheeler
E-Eagle Speed (2016) mit BionX D

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