Fahrradfahren ist gesund! Pedelecfahren auch?

Beim Recherchieren im Internet bin ich auf folgende Studie der Medizinischen Hochschule Hannover gestoßen:

Presseinformation der MHH:
MHH-Forschungsverbund startet große Studie zur E-Bike-Nutzung
Sportmediziner suchen 800 E-Bike-Käufer und 400 Rad-Käufer

MHH_index

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Super, die Gegebenheiten passen, der Kauf des Cubes war mitte Juni 2017, warum also nicht? Nach der Anmeldung per Mail kam ein Befragungsbogen, der zurückgesendet werden musste. Darauf hin kam kurz vor Start der Messperiode ein dicker Umschlag mit Pulsuhr, USB-Verbindungskabel und jeder Menge Fragebögen.

Ich bin dabei – alles wird aufgezeichnet, Puls, Kalorienverbrauch, Strecke, Geschwindigkeit – was tut man nicht alles für die (Sport-)Wissenschaft?!

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Mein Start war Freitag, der 15.09.2017. Ab jetzt muss ich wenn möglich jede Fahrt mit dem Pedelec, egal ob zur Arbeit oder in der Freizeit, dokumentieren. Die Garmin Pulsuhr ist voreingestellt, Bis auf eine falsche Uhrzeit, die ist ja auf einer Uhr auch nicht soo wichtig, funktioniert alles tadellos. Die Software zum überspielen der Daten ist für alle Betriebssysteme verfügbar und kann von der Garmin-Homepage installiert werden. Ich habe derzeit noch Schwierigkeiten mit dem Upload der Daten, obwohl der vorbereitete Account samt Username und Passwort ebenfalls tadellos funktioniert – ansonsten ist es eine sehr gut organisierte Studie.

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Es werden 800 Pedelecer und 400 Fahrradfahrer gesucht. Meine ID ist im 200er Bereich, man könnte meinen, es werden noch sehr viele Teilnehmer gesucht. Übrigens muss die Uhr nach den jeweiligen Messperioden direkt zurückgeschickt werden – wie schade!

Nach der ersten Aufzeichnung hat mir der Kalorienrechner bestätigt, dass ich durchaus eine ganze Tafel Schokolade am Tag essen darf, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Mein Zahnarzt würde mir jetzt sehr ernste Blicke zuwerfen ….

Update: 5 Wochen später

Der Monat mit der Pulsuhr ging wahnsinnig schnell vorbei. Nach wenigen Tagen war der Ablauf bei der täglichen Radel-Routine fest verankert.

  • Uhr anziehen.
  • Vor dem losfahren die Sateliten suchen lassen.
  • Beim Losfahren die Aufzeichnung starten.
  • Nach Ankunft die Aufzeichnung stoppen und noch rasch auf den Kalorienzähler schauen.

Der Ablauf ist noch so präsent, obwohl die Messphase bereits seit drei Tagen vorbei ist. Ich ertappe mich noch oft dabei, wie ich beim Losfahren auf „Start“ drücken möchte.

Die Synchronisierung der Uhr ging nach einem Neustart am zweiten Tag problemlos.

Am Ende einer Messperiode sind die ausgefüllten Bögen samt Pulsuhr und Kabel recht zügig zurückzuschicken – weitere Teilnehmer erwarten das Material.

Du bist auch Teilnehmer der MHH Studie und fährst Pedelec?

Melde hier im Pedelecmonitor deine Angaben zu Kaufmonat und Kilometerstand um zu zeigen, wie lange die Motoren fehlerfrei funktionieren können.

Ich wiederhole mich zwar, aber subjektiv ist es eine sehr gut organisierte Studie. Es ist klar erläutert, wie was funktioniert und was wohin geschickt werden soll.

Nur den „Freiburger Fragebogen“ und den „SF-36“ habe ich bis zur letzten Minute hinausgeschoben – die Fragen zur Selbsteinschätzung sind nicht immer leicht zu beantworten. Warum? Je nach aktuellem Gemütszustand könnten meine Antworten dort variieren. Der optimale Zeitpunkt dafür wäre tagsüber bei Sonnenschein – und nicht sehr spät am Abend wenn noch Hausarbeit zu erledigen ist.

Ich wünsche den weiteren Studien-Teilnehmern eine spannende Zeit mit der Pulsuhr und allzeit gute Fahrt!

 

Update: Januar 2018

Mit den Unterlagen kam auch ein Unfallbogen, der bei Vorkommnissen ausgefüllt werden muss. Ich spiele mal mit offenen Karten, nach 21km Pendelstrecke war dann 100m vor dem Büro eine vereiste Fläche – unmöglich diese rechtzeitig zu sehen!

Eis hilft bei Schwellungen und Schwellungen sind die Folge vom Rutschen und Fallen auf Eis

  • Zahn abgebrochen
  • Knie, Schulter und Handgelenk geschwollen
  • ein Schleudertrauma kündigt sich ebenfalls an

Ja – ich habe Helm und Schutzausrüstung getragen, aber die Hose, die ist leider kaputt.

Dir eine unfallfreie Fahrt – AUTSCH!

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6 Gedanken zu “Fahrradfahren ist gesund! Pedelecfahren auch?

  1. rw 23. September 2017 / 18:17

    Natürlich ist Pedelec fahren (ebenfalls) gesund, auch wenn die Anstrengung deutlich geringer ist, ist man doch weit davon entfernt „nix zu tun“.

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    • Josef 8. Oktober 2017 / 9:29

      Hallo, das ist immer das Vorurteil. Warum ist die Anstrengung deutlich geringer? Es ist ja nicht so dass man immer mit der höchsten Unterstützung fährt. Ich fahre meist mit der niedrigsten Stufe die gerade mal den Widerstand des Getriebes und Motors ausgleicht und dazu ist immer noch das Mehrgewicht des Fahrrads was ich bewegen muss.
      Ich fahre immer mit Pulsmessung und stelle fest, dass ich bei den Fahrten immer einen höheren Pulsschlag habe als mit einem herkömmlichen Fahrrad und da meine Fahrten einfach länger sind, auch ein erhöhter Verbrauch der kcal. Dazu kommt, dass die Unterstützung bei 25 km/h abschaltet und wer sportlich fährt, weiß dass diese Geschwindigkeit schnell erreicht ist und dann hat man keine Unterstützung mehr und muss somit das Mehrgewicht auch mit reiner Muskelkraft bewegen und benötigt mehr Kraft als mit einem Normalen. Deswegen würde ich das nicht so pauschalisieren, wie es leider die meisten tun.

      Der Vorteil ist, dass jeder selbst dosieren kann, wie er die Unterstützung wählt und somit auch den Kcal Verbrauch steuern kann.

      Mit freundlichen Grüßen

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  2. pedelecmonitor 2. Oktober 2017 / 13:11

    Mittlerweile geht die Uhr auch richtig, die Uhrzeit hat sich wohl automatisch eingestellt. Der Upload der Daten hat nach einem Neustart aller beteiligten Systeme funktioniert – keine Ahnung warum es anfangs nicht funktionierte.

    Danke auch an die Studien-Verantwortlichen, die diesen Beitrag verlinkt haben.

    Zwischenstand Ende September:
    Es werden noch über 700 Teilnehmer gesucht.

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  3. Michael Leske 13. Dezember 2017 / 18:45

    Um vor und nachher Veränderungen am Kreislaufsystem und damit der Gesundheit feststellen zu können, müssen gleiche Voraussetzungen gegeben sein, nämlich : möglichst gleiche Strecke, Übersetzung und Trittfrequenz.-Alles andere führt im späteren Vergleich zu Ungenauigkeiten und
    keinen genauen Aussagen zur Verbesserung des Kreislauf -bzw. Lungensystems.Lediglich anhand eines Herzfrequenzmessers eine Veränderung feststellen zu wollen, ist ungenau und kaum aussagekräftig. Ich hoffe, dass dies bei dieser Studie berücksichtigt wird, denn dies spricht sonst nicht für eine genaue, professionelle Studie mit vernünftiger späterer Aussage über Veränderungen. Also, es muss die Übersetzung, die Trittfrequenz und möglichst diesselbe Strecke früher und später abgefahren werden, sonst kann man diese Studie und einen Vergleich vergessen .-Offenbar hat sich hier der Professor noch nicht mit einer Leistungsdiagnostik beim Radfahren näher beschäftigt , so dass es später nicht zu klaren Aussagen kommen kann. Also, geben Sie den Probanten nicht nur einen Herzfrequenzmesser , sondern auch eine Trittfrequenzmessvorrichtung am Rad mit. Dazu sollte bei der späteren Auswertung angegeben werden, wie lang die Vergleichsstrecke , auch Neigung, die Übersetzung und die Trittfrequenz war.
    -Ansonsten wird die Studie ein Reinfall, denn grob gesprochen ist doch klar, dass bei öfterer Nutzung eines Pedelecs oder Rennrades das Herz-/Kreislaufsystem grundsätzlich verbessert wird, dazu bedarf es keiner Studie.-Unter diesen ungenauen Voraussetzungen kommen auch nur ungenaue Ergebnisse zustande. -Ich würde Herrn Prof. Tegbur empfehlen, sich zunächst an den Schriftreihen der DHfK in Leipzig über Leistungsdiagnostik /Gesundheitsverbesserung im Ausdauersport zu informieren.
    So sieht dessen anvisierte Studie doch sehr laienhaft aus, dazu wenig aussagekräftig und eines Professors nicht würdig.

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    • pedelecmonitor 20. Dezember 2017 / 15:08

      Hallo Michael,

      vielen Dank für deinen Kommentar, mit dem ich mich nun einige Zeit auseinandersetzen musste.

      Zunächst zu den von dir geforderten gleichen Voraussetzungen (Strecke / Übersetzung / Trittfrequenz), ich stimme dir da zu. Doch wer nimmt jetzt und in 12 Monaten daran teil? Überwiegend Pendler – Menschen mit gleichen Wegstrecken und womöglich mit demselben Bike, d.h. die Arbeitswege sollten nahezu identisch sein, Strecken in der Freizeit, ja die könnten variieren! Am Ende geht es doch sowieso nur um Mittelwerte oder Mediane der Daten der ersten und zweiten Messung, die miteinander verglichen werden.

      Du hast geschrieben: „[…] ist doch klar, dass bei öfterer Nutzung eines Pedelecs oder Rennrades das Herz-/Kreislaufsystem grundsätzlich verbessert wird […]“ – ja aus eigener Erfahrung ist das nicht jedem bekannt, dass neben Rennradfahren auch Pedelecfahren zu einer Verbesserung des Herz-/Kreislaufsystems führt – und ich bin hier nicht von Deppen umgeben. Es hält sich die Meinung, dass Pedelecfahren nicht anstrengend ist – auch bei Mountainbikern, siehe den Blog von http://www.mythos-ebike.de – Sie werden meist als „Cheater“ dargestellt.

      Den genauen Hintergrund der Studie kenne ich nicht, ich bin aber der Meinung, dass diese dazu beitragen kann, mehr Menschen wieder in die Natur zu Aktivitäten zu bewegen, insbesondere Menschen mit Handicap (Asthma, Arthrose, künstliche Gelenke, Übergewicht, u.v.m.) das Pedelec sehe ich da definitiv als eine Möglichkeit.

      Ob diese Studie nun eines Professors würdig ist, dazu nehme ich keine Stellung. Der Umfang jedoch mit Pulsuhr, GPS, Strecke, Höhenmetern, Puls, Kalorienverbrauch stellt jede Menge Daten bereit, mit denen man einiges Anfangen kann – und Daten sind das A und O jeder Studie.

      Noch eine Anmerkung, dem Problem mit den identischen Voraussetzungen stehe ich im Pedelecmonitor auch gegenüber. Hier teilen Biker ihre Erfahrungen mit unterschiedlichsten Körpergewichten und Fitnessgraden sowie unterschiedlichsten Strecken- bzw. Anwendungsprofilen – und ich erfasse hier nur die Kilometerstände? Kann man da qualifizierte Aussagen treffen? NEIN – aber man kann eine Richtung erkennen, welche Motoren nach wie vielen Kilometern welche Fehlerbilder aufweisen – ich habe also keine ideale Datenlage hier, doch darum ist der Pedelecmonitor nicht zum Scheitern verurteilt, das bestätigt mir die Anzahl der Melder.

      Ich wünsche dir allzeit gute Fahrt Michael, danke für den Tip mit den Schriftreihen der DHfK Leipzig.

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